Zum 99. Jahrestag der Oktoberrevolution

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Rede von Tibor Zenker bei der Oktoberrevolutionsfeier der Partei der Arbeit Österreichs, Wien, 5. November 2016
 
Liebe Genossinnen und Genossen! Liebe Freundinnen und Freunde! – Wir begehen mit der heutigen Feier den – eigentlich übermorgen folgenden – 99. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in Russland. Somit steht in zwölf Monaten ein Jahrhundertjubiläum auf dem Programm, zu welchem, wie der letzte Parteitag beschlossen hat, die Partei der Arbeit Österreichs eine umfassendere Würdigung vorbereitet.
 
Für heute möchte ich euch zunächst die Grüße des Genossen Vorsitzenden Otto Bruckner übermitteln, der leider verhindert ist, weshalb ich ihn als stellvertretender Vorsitzender nun als Festredner entsprechend vertreten darf. Und ich möchte euch und uns allen einige Tatsachen in Erinnerung rufen, die sich aus dem Rückblick auf die Oktoberrevolution und die folgenden Jahre und Jahrzehnte ergeben.
 
Die Oktoberrevolution von 1917 war ein welthistorisches Ereignis. Sie manifestierte – und manifestiert – in praktischer Hinsicht, dass sich die Menschheit in der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus befindet; dass wir uns in der Epoche der sozialen Revolution des Proletariats befinden, welche die Geschichte der Klassengesellschaften beenden soll. Deshalb feiern wir die Oktoberrevolution – und weil diese Tatsache ungeachtet der auch in der UdSSR erfolgten Konterrevolution zutreffend ist, feiern wir sie berechtigter Weise immer noch und weiterhin.
 
Der Niedergang des Kapitalismus und Imperialismus zeigt sich weltweit und auf unterschiedliche Weise – dafür steht die Weltwirtschaftskrise, die noch immer nicht überwunden ist; dafür stehen die vermehrten machtpolitischen und militärischen Konflikte; dafür steht die drohende Gefahr eines Großmachtkrieges; dafür stehen die mancherorts forcierten Wendungen zu einer vermehrt autoritären, ja faschistischen Herrschaftsausprägung des Monopol- und Finanzkapitals.
 
Unsere zentrale Aufgabe – angesichts dieser Lage und im Allgemeinen – besteht in der Organisierung, Schulung und Stärkung der revolutionären Kräfte der Arbeiterklasse. Denn die Arbeiterklasse hat eine historische Mission: den revolutionären Sturz des Kapitalismus und den Aufbau des Sozialismus. Dass dies möglich ist, zeigen die Oktoberrevolution und die Entwicklung der UdSSR.
 
Die Oktoberrevolution zeigt aber noch weitere Punkte, die ich kurz anführen möchte: Ohne revolutionäre, marxistische, marxistisch-leninistische Partei kann die Arbeiterklasse im Klassenkampf nicht siegen. Damit ist auch gesagt: Der Kampf gegen den Opportunismus und Revisionismus ist von großer Bedeutung für die Bereitstellung einer solchen Partei.
 
Oder die Einsicht: Ohne Diktatur des Proletariats ist der sozialistische Aufbau nicht möglich. Damit ist auch gesagt: Vorstellungen über einen widerspruchs- und widerstandslosen Übergang zum Sozialismus, über soziale Reformen und „demokratische“ Transformationen im bürgerlichen, kleinbürgerlichen, sozialdemokratischen oder „linken“ Sinn führen in die Irre und zur unweigerlichen Niederlage.
 
Die Oktoberrevolution zeigt auch: Der Kampf für den Sozialismus wird durch die revolutionäre, antiimperialistische und antimonopolistische Bündnispolitik begünstigt. Trotz seines Todeskampfes ist der Kapitalismus, ist der Imperialismus, ist der Faschismus ein mächtiger Gegner. Auf dem Weg zur Revolution braucht es auch die Kräfte des Friedens und Antimilitarismus, des Antifaschismus, Antirassismus und der Demokratie, die Kräfte des Widerstandes gegen die Macht der Banken und Konzerne, auch wenn sich diese – noch? – nicht als Kommunistinnen und Kommunisten begreifen.
 
Abschließend: Der Kapitalismus ist ein Weltsystem – und er ist im Weltmaßstab reif für seine revolutionäre Überwindung. Unsere Bewegung ist daher zwangsläufig auch eine internationale und internationalistische. Wir wollen eine globale Front bilden – und wir wollen gegenüber allen revolutionären Parteien und Organisationen der Welt solidarisch sein. Auch dies ist ein Erbe der Oktoberrevolution, das zu beachten ist.
 
Genossinnen und Genossen! Ich möchte die Feierlichkeiten nicht weiter aufhalten, möchte aber darauf hinweisen, was ab morgen wieder Priorität haben muss: Die revolutionären, marxistisch-leninistischen Kräfte sind in Österreich quantitativ überschaubar; wollen wir die Welt – oder zumindest den österreichischen Teil davon – aus den Angeln heben, so brauchen wir eine größere, stärkere und in mancherlei Hinsicht verbesserte Organisation von Revolutionären und Revolutionärinnen. Ich wünsche mir daher, dass wir zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution diesbezüglich wieder weitere und konkrete Fortschritte vorweisen können. Denn der reale Fortschritt unserer Organisation ist die beste Würdigung der Revolutionärinnen und Revolutionäre von 1917.
 
Es lebe die sozialistische Oktoberrevolution!
Es lebe der Marxismus-Leninismus!
Hoch die internationale Solidarität!
 
Freiheit!