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Home International Europäische Kommunistische Aktion

Erklärung der „Europäischen Kommunistischen Aktion“ zum 90. Jahrestag der Gründung der Internationalen Brigaden

Erklärung der „Europäischen Kommunistischen Aktion“ zum 90. Jahrestag der Gründung der Internationalen Brigaden

Mitglieder des Thälmann Battalion neben einem abgeschossenen faschistischen Flugzeug 1937.

Erklärung der Europäischen Kommunistischen Aktion zum Jahrestag der Gründung der Internationalen Brigaden, 13.10.2026. Übersetzung in der Verantwortung der Partei der Arbeit Österreichs.

Die „Europäische Kommunistische Aktion“ gedenkt des 90. Jahrestags der Gründung der Internationalen Brigaden und des heldenhaften Opfers Tausender Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihre Heimatländer, ihre Arbeitsplätze, ihre Familien und ihr Zuhause zurückließen, um in Spanien gegen den Faschismus zu kämpfen, während viele der kommunistischen Parteien, denen sie angehörten, im Untergrund arbeiteten. Ihr Mut ist bis heute ein wichtiger Bezugspunkt für den Kampf der Arbeiterklasse, und ihre Erfahrungen bieten zudem wertvolle politische Lehren, die wir nicht vergessen dürfen.

Am 14. Oktober 1936 trafen die ersten internationalen Brigadistinnen und Brigadisten in Albacete ein. Die Ankunft der Brigadistinnen und Brigadisten in Spanien ist eines der deutlichsten historischen Beispiele für den proletarischen Internationalismus, der durch die politische und organisatorische Initiative kommunistischer Parteien aus aller Welt zustande kam. Es muss betont werden, dass die Sowjetunion der wichtigste Waffenlieferant für das republikanische Spanien war und zweifellos die treibende Kraft hinter der internationalistischen Hilfe, die dem spanischen Volk während des gesamten Krieges aus allen Ecken der Welt zukam.

Die Internationalen Brigaden entstanden als Ergebnis des Beschlusses des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale vom 18. September 1936. Unmittelbar darauf wurde in Paris ein internationales Rekrutierungszentrum eingerichtet, in dem die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF) und die Kommunistische Partei Italiens (PCI), die sich damals im Exil befand, eine grundlegende organisatorische Rolle spielten.

Im Laufe des Krieges begaben sich bis zu 35.000 Arbeiterinnen und Arbeiter aus mehr als 53 Ländern Europas, Amerikas, Asiens und Afrikas nach Spanien. Einige konnten nicht in ihre Heimat zurückkehren und sahen sich Repressionen am Arbeitsplatz, behördlichen Schwierigkeiten und sogar Haftstrafen ausgesetzt.

Während des Kampfes gegen den Faschismus in Spanien nahmen die Internationalen Brigaden an entscheidenden Schlachten wie denen von Madrid, Guadalajara, Belchite, Teruel, Caspe und am Ebro teil. In jeder dieser Schlachten hinterließen sie unauslöschliche Spuren und gaben ein Beispiel für Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft.

Die Rolle der Internationalen Brigaden im Krieg in Spanien erinnert uns daran, dass angesichts eines mächtigen, manchmal sogar überlegenen Feindes der Sieg durch die Mobilisierung der Kräfte der Arbeiterklasse und ihres Opfergeistes errungen werden kann. In der Schlacht von Guadalajara wurde die anfängliche materielle Überlegenheit der Faschisten – die über mehr Artillerie, mehr Maschinengewehre, mehr Fahrzeuge und mehr motorisierte Einheiten verfügten als die Antifaschistinnen und Antifaschisten – durch den heldenhaften Widerstand der Arbeiterklasse überwunden. Die Internationalen Brigaden spielten in dieser Schlacht eine wichtige Rolle, die den internationalen Charakter des Krieges deutlich machte. Dort standen sich die faschistischen Einheiten von Mussolinis „Corpo Truppe Volontario“ und die italienischen Brigadisten des Garibaldi-Bataillons der XII. Internationalen Brigade gegenüber.

Nach dem Krieg mussten die Brigadistinnen und Brigadisten ebenso wie die spanischen Arbeiterinnen und Arbeiter die harten Folgen der Niederlage ertragen. Einige wurden in den brutalen spanischen Konzentrationslagern inhaftiert, wo sie entwürdigenden Bedingungen und Folter ausgesetzt waren. Andere wurden ohne Gerichtsverfahren hingerichtet. Einige Brigadistinnen und Brigadisten wurden zudem in die berüchtigten Nazi-Konzentrationslager deportiert. Die meisten von ihnen starben in Gefangenschaft.

Der Rückzug der Internationalen Brigaden aus dem Krieg gegen den Faschismus in Spanien muss Gegenstand einer Analyse durch die kommunistischen und Arbeiterparteien sein. Trotz der herausragenden Rolle, die die Brigadistinnen und Brigadisten im Krieg spielten, versuchten zahlreiche Kräfte innerhalb des republikanischen Lagers aus Angst vor der Kommunistischen Internationale bei jeder Gelegenheit, deren Handlungsspielraum einzuschränken. Ein Beispiel dafür waren die Versuche von Indalecio Prieto, die Brigaden organisatorisch zu schwächen, insbesondere nach der Schlacht von Belchite. Im Mai 1938 veröffentlichte der Präsident der republikanischen Regierung, Juan Negrín, seine berühmten „Dreizehn Punkte“. In diesen „Dreizehn Punkten“ forderte Negrín eine Aussöhnung mit den demokratischen bürgerlichen Regierungen. Er strebte die Niederlage des Faschismus durch internationales Handeln an und ignorierte dabei den bürgerlichen Klassencharakter des Faschismus.

Im Oktober desselben Jahres kündigte Negrín vor dem Völkerbund den einseitigen Abzug der Internationalen Brigaden aus Spanien an. Er hoffte, dass die Regierungen der bürgerlichen Demokratien daraufhin den Rückzug der Invasionstruppen der faschistischen Länder fordern würden. Er übersah dabei, dass die Demokratien bereits durch ihre Politik der „Nichteinmischung“ deutlich gemacht hatten, dass der grundlegende Widerspruch nicht zwischen „Demokratie“ und „Faschismus“ bestand, sondern zwischen den Klasseninteressen der Bourgeoisie und denen der Arbeiterklasse.

Insbesondere die bürgerlichen Regierungen Großbritanniens und Frankreichs forderten nicht, dass die faschistischen Länder ihre Truppen aus Spanien abziehen sollten. Darüber hinaus unterzeichneten sie eine Woche später, am 30. September, das Münchner Abkommen mit Hitler, das die Invasion eines Teils der Tschechoslowakei ermöglichte.

Die Erfahrungen der Internationalen Brigaden liefern uns daher wertvolle Lehren für den heutigen Kampf. Sie lehrt uns, dass sowohl die bürgerliche Demokratie als auch der Faschismus Formen der Verwaltung eines verrotteten, ausbeuterischen Systems sind. Beide haben denselben Klassencharakter: Sie stützen die Profite des Großkapitals und stehen im Widerspruch zu den Interessen der Arbeiterklasse. Sie lehrt uns, dass das Wesen des antifaschistischen Kampfes der antikapitalistische Kampf ist, denn nur die Arbeiterklasse kann einen konsequenten Kampf gegen den Faschismus führen, indem sie das System bekämpft, das ihn hervorbringt und aufrechterhält: den Kapitalismus. Faschistische, rechtsextreme Kräfte waren und sind auch heute noch – wie die jüngsten Entwicklungen bestätigen – eine wertvolle Reserve für die bürgerliche Verwaltung der kapitalistischen Barbarei und eine notwendige Waffe für jede Bourgeoisie, um die Repression gegen die klassenbasierte Arbeiterbewegung zu verschärfen und die ahistorische Theorie der „zwei Extreme“ sowie den Antikommunismus zu fördern.

Die Geschichte und der Beitrag der Internationalen Brigaden lehren uns, dass Arbeiterinnen und Arbeiter aus verschiedenen Ländern, obwohl sie unterschiedliche Sprachen sprechen, ihre internationalistische Solidarität auch mit Waffen in der Hand zum Ausdruck bringen, an der Seite anderer Völker kämpfen, dieselben Klasseninteressen verteidigen und eine einheitliche Kraft bilden.

Ein Blick auf die Erfahrungen in Spanien und anderen Ländern zeigt, dass der entscheidende Faktor im Kampf der Kommunistinnen und Kommunisten als Vorhut des Klassenkampfes die Entwicklung einer revolutionären Strategie ist. Dies steht im Gegensatz zur zersetzenden Rolle des Opportunismus und der Sozialdemokratie. Die Strategie darf nicht darauf abzielen, die Funktionen des kapitalistischen Systems wiederherzustellen, sondern muss sich gegen dieses wenden, um es zu stürzen. Dies wird es der Arbeiterklasse ermöglichen, die Macht zu ergreifen und den Sozialismus zu errichten.

Am 28. Oktober 1938 nahmen die Internationalen Brigaden in einer bewegenden Zeremonie in Barcelona Abschied von Spanien. Die Abschiedsworte von Dolores Ibárruri, „La Pasionaria“, der historischen spanischen kommunistischen Führerin, klingen uns noch immer in unseren Ohren nach:

„Wenn der Olivenbaum des Friedens blüht, kehrt zu uns zurück. Hier werden diejenigen unter euch, die keine Heimat haben, eine Heimat finden; diejenigen unter euch, die ohne Freundschaft leben mussten, werden Freunde finden; und ihr alle, ihr alle, werdet die Zuneigung und Dankbarkeit des gesamten spanischen Volkes finden (…)“

Lang leben die Internationalen Brigaden! Lang lebe der proletarische Internationalismus!

Source: See page for author, Public domain, via Wikimedia Commons

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