Erklärung der Europäischen Kommunistischen Aktion (EKA) zum Internationalen Frauentag: “Für die Organisation und den Kampf der Arbeiterinnen gegen das System der Ausbeutung, der Ungleichheit und des Krieges”, Athen, 8. März 2026; deutsche Version in Verantwortung der Partei der Arbeit Österreichs (PdA).
Jeden 8. März – und durch unseren täglichen Kampf – gewinnt eine der wichtigsten Lehren, die uns die ersten kommunistischen Frauen am 8. März 1917 hinterlassen haben, besondere Bedeutung: Der Kampf für die Rechte der Arbeiterinnen ist untrennbar mit dem Kampf der gesamten Arbeiterklasse verbunden. Gegen Ausbeutung, Prekariat und Gewalt gegen Frauen sind Klassenbewusstsein und kollektiver Kampf wesentliche Instrumente, um die wirkliche Emanzipation der Frauen voranzubringen.
Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse treffen Frauen aus der Arbeiterklasse besonders hart. Frauen sind in besonderem Maße mit den schweren Folgen von Armut, prekärer Beschäftigung, flexiblen Arbeitsverhältnissen, Arbeit ohne Tarifverträge und Löhnen konfrontiert, die ihre Bedürfnisse nicht decken. Hinzu kommen die Verantwortung für die Sorge um die Familie sowie die Kommerzialisierung von Bildung, Gesundheit und sozialer Fürsorge. All dies stellt moderne Formen der Ungleichheit von Frauen dar, die überproportional auf den Schultern von Arbeiterinnen lasten.
Gleichzeitig leugnen alle bürgerlichen Kräfte die strukturellen Ungleichheiten, die durch das kapitalistische System gefördert werden, und säen Spaltungen innerhalb der Arbeiterklasse. Solche Positionen zielen darauf ab, die materiellen Wurzeln der Unterdrückung der Frau zu verschleiern. Andererseits versuchen insbesondere sozialdemokratische Auffassungen, Frauen als eine einheitliche Kategorie darzustellen – unabhängig von ihrer Klassenlage – und berauben so den Kampf um Gleichberechtigung seines Klasseninhalts.
Gegen diese ideologische, wirtschaftliche und politische Offensive ist es entscheidend, die bewusste Organisation der Arbeiterinnen innerhalb der Arbeiterbewegung zu stärken – in klassenorientierten Gewerkschaften und innerhalb ihrer Vorhut, der kommunistischen Partei. Kein Recht, das Frauen errungen haben, war jemals das Ergebnis freiwilliger Zugeständnisse kapitalistischer Regierungen, sondern stets das Resultat organisierter Kämpfe. Nur durch klassenorientiertes kollektives Handeln ist es möglich, der Ausbeutung und Gewalt zu begegnen, die Frauen im Kapitalismus erleiden. Diese Aufgabe erfordert die Anerkennung der besonderen Bedingungen der Ausbeutung, die Frauen betreffen, die Organisation der Arbeiterinnen nach ihren eigenen Interessen sowie die Sicherstellung ihrer Teilnahme in allen Bereichen des Klassenkampfes.
Die Europäische Kommunistische Aktion bekräftigt die Rolle der Kommunisten im Kampf gegen jede Form von Ungleichheit, die Arbeiterinnen und Frauen aus anderen Volksschichten betrifft. Diese Aufgabe bedeutet den Kampf der Arbeiterbewegung gegen Diskriminierung und Unterdrückung von Frauen am Arbeitsplatz und in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Die unmittelbaren Forderungen der Arbeiterinnen – würdige Löhne, menschliche Arbeitszeiten, Sicherheit am Arbeitsplatz, öffentliche und kostenlose soziale Dienste, die den Bedürfnissen von Frauen und ihren Familien entsprechen, garantierte reproduktive Rechte sowie ein Ende sexueller Ausbeutung und der Pornografie – müssen mit dem strategischen Kampf gegen das kapitalistische System verbunden werden. Dazu gehört auch die Entlarvung reaktionärer, sozialdemokratischer und anderer bürgerlicher Positionen sowie die Förderung politischer Bildung und des Klassenbewusstseins unter Arbeiterinnen. Angesichts der Intensivierung der Kriegsvorbereitungen, der Verschärfung der Konkurrenz und der Eskalation imperialistischer Kriege verlangen arbeitende Frauen, weder in imperialistische Schlachthäuser hineingezogen zu werden noch Opfer für sie zu bringen.
Die wirkliche Emanzipation der Frau wird nur durch die Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau des Sozialismus möglich sein. Die materiellen Grundlagen der Ungleichheit und die Überwindung der geschlechtlichen Arbeitsteilung können nur in einer Gesellschaft beseitigt werden, die auf zentraler wissenschaftlicher Planung beruht, die Sorgeverantwortung für abhängige Familienmitglieder – einschließlich Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen – vergesellschaftet und die volle Teilnahme der Frauen in allen Bereichen des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens gewährleistet. Der Sozialismus ist ein sozioökonomisches System, das auf wirklicher Gleichheit, Solidarität zwischen den Völkern und der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse beruht und den privaten Profit abschafft.
An diesem 8. März rufen wir die Arbeiterinnen und die Frauen aus den anderen Volksschichten in Europa auf, die Initiative im Kampf gegen Ausbeutung, imperialistische Kriege und Ungleichheit zu ergreifen und gemeinsam mit der gesamten Arbeiterklasse für den revolutionären Sturz der kapitalistischen Gesellschaft voranzuschreiten.

















