Rede des stellvertretenden Vorsitzenden der PdA, Otto Bruckner, auf der Solidaritätsdemonstration für Kuba am 21. März 2026 in Wien
Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Genossinnen und Genossen!
Als Schwesterpartei der Kommunistischen Partei Kubas in Österreich sind wir euch alle dankbar, dass ihr zu dieser Manifestation der Solidarität gekommen seid. Wie Kubas Kommunisten und alle Kommunisten auf der Welt sind auch wir in dieser finsteren Stunde von Kriegen und Blockaden der festen Überzeugung, dass der Sozialismus siegen wird, in Kuba und auf der ganzen Welt!
Vergesst niemals, was die kubanische Revolution in den letzten 67 Jahren geleistet hat. Aus einer Kolonie der Vereinigten Staaten von Amerika schuf das kubanische Volk ein stolzes Land, in dem die US-Konzerne nichts mehr zu melden haben, in dem die Yankees mit ihren Casinos und Freudenhäusern nichts mehr zu suchen hatten. Die koloniale Demütigung des Volkes wurde beendet. Stattdessen wurde Bildung für alle, ein weltweit beachtetes Gesundheitssystem und viele andere Errungenschaften eines sozialistischen Staates geschaffen.
Kuba war in seiner bisherigen sozialistischen Ära aber nicht nur auf sich selbst bezogen, sondern war auch immer bereit, seine internationalistische Pflicht zu erfüllen. Mit dem von kubanischen Soldaten wesentlich miterrungenen Sieg in Angola wurde der erste Stein auch aus der Mauer der Apartheid in Südafrika gezogen, um nur ein Beispiel zu nennen. Kuba war immer an vorderster Front, wenn es um die Verteidigung der Rechte der Entwicklungsländer gegenüber den imperialistischen Staaten, ganz besonders gegen das US-Imperium ging, das nur 150 Kilometer entfernt liegt.
Das größte Problem, das die US-Imperialisten mit dem sozialistischen Kuba haben, ist die Abwesenheit von Konzernen und die Tatsache, dass die Produktionsmittel und der Grund und Boden dem Volk gehören. Die Abwesenheit von Profit ist den Imperialisten der größte Graus.
Deshalb muss auch die sozialistische Demokratie, die eine tatsächliche Volksherrschaft ist, diskreditiert werden, und bei dieser bewussten Verdrehung der Tatsachen machen hierzulande leider auch manche Linke mit, die Kuba als Dikatur bezeichnen. Wenn das eine Diktatur ist, dann nur in dem Sinne, als die sozialistische Volksherrschaft erstmals in der Geschichte eine Herrschaft des Volkes ist, die Ausbeutung und Unterdrückung durch eine Minderheit von Kapitaleignern unterbindet.
Kuba ist heute in großer Gefahr. Nach jahrzehntelanger Sabotage, Boykott und vielen anderen Formen der Kriegsführung geht der US-Imperialismus zum offenen Angriff über. „Ich kann mit Kuba machen, was ich will“ sagte US-Präsident Trump vor kurzem. Die Ölblockade hat die Probleme Kubas so verschärft, dass die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens nur sehr eingeschränkt möglich ist.
Heute, am internationalen Tag der Solidarität mit Kuba, zeigen wir auf der ganzen Welt, dass Kuba nicht allein ist. Menschen auf der ganzen Welt demonstrieren, sammeln Spenden und helfen wo sie können. Ein Hilfskonvoi wird heute in Kuba eintreffen.
Zeigen wir auch hier von Wien aus, dass es in Österreich eine aktive Solidaritätsbewegung mit Kuba gibt! Schande über unsere Regierung, die es nicht einmal für nötig hält, die Völkerrechtsverstöße der USA beim Namen zu nennen. Hätte Raiffeisen ein Filialnetz in Kuba oder würden große Aufträge für die einen gewissen Bautycoon winken, wären ÖVP und NEOS vielleicht etwas mutiger. Und die SPÖ? Sie ist nur mehr ein trauriger Schatten ihrer selbst und außenpolitisch ein willenloses Werkzeug der EU-Mainstream-Außenpolitik.
Andreas Babler! Wenn Du Kreisky tatsächlich als Dein Vorbild siehst, dann musst du etwas unternehmen in dieser EU-und NATO-willigen Regierung!
Ich möchte mit einer Zeile aus dem Lied von der Moldau von Bert Brecht schließen, die uns in Erinnerung ruft, dass auch die Tage des Kapitalismus und des US-Imperiums gezählt sind:
Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.
¡Viva Cuba socialista!
[Ein Bericht über diese Solidaritätsdemonstration findet man auf der Seite der Zeitung der Arbeit: Wien: Nieder mit der Blockade! Solidarität mit Kuba!]


















