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Familypark St. Margarethen: Widerstand gegen den Achterbahn-Kapitalismus im Ruster Hügelland

Familypark St. Margarethen: Widerstand gegen den Achterbahn-Kapitalismus im Ruster Hügelland

Stellungnahme der Partei der Arbeit Österreichs im Burgenland, Eisenstadt, 3. März 2026

Was in St. Margarethen und Rust geplant wird, ist kein gewöhnliches Bauprojekt. Es ist ein weiterer Schritt in Richtung eines Achterbahn-Kapitalismus, der keine Grenzen kennt: immer größer, immer schneller, immer profitabler – und immer rücksichtsloser gegenüber Mensch und Natur.
Der Park, der vor über 55 Jahren als Märchenpark zur Naherholung für Groß und Klein entstand, hatte einst einen überschaubaren, beinahe nostalgischen Charakter. Doch schon unter der Eigentümerfamilie Müller begann die schleichende Transformation. Der klassische Märchenpark mit Retro-Charme wurde Stück für Stück zu einem expandierenden Freizeitbetrieb umgebaut.
Mit dem Verkauf 2019 um 72 Millionen Euro an die französische Investorengruppe Compagnie des Alpes wurde endgültig klar: Hier geht es nicht mehr um regionale Freizeitgestaltung, sondern um internationale Rendite. Und Rendite kennt nur eine Richtung – nach oben.
Genau das ist Achterbahn-Kapitalismus.

Vom Märchenpark zum Event-Komplex
Was einst als kindgerechter, naturnaher Ausflug gedacht war, folgt heute der Logik des „immer mehr“:
mehr Fahrgeschäfte, mehr Eventbetrieb, mehr Besucherströme.
Doch mehr ist nicht gleich besser.
Und größer ist nicht gleich Fortschritt.
Das Ruster Hügelland ist kein Hintergrund für Investitionspläne. Es ist Lebensraum.

Verkehrswahnsinn statt Lebensqualität
Schon heute ist die Belastung spürbar. Besonders in Trausdorf und St. Margarethen stauen sich an Spitzentagen die Fahrzeuge durch die Ortsgebiete. Abgase, Lärm, gefährliche Verkehrssituationen – das ist längst Alltag.
Eine Erweiterung um zwei Hektar bedeutet nicht Stillstand. Sie bedeutet mehr Besucher, mehr Anreiseverkehr, mehr Belastung.
Wer hier lebt, bleibt mit den Folgen zurück.
Parndorf steht für den Shopping-Wahnsinn.
Soll St. Margarethen künftig für den Vergnügungs-Wahnsinn stehen?
Auch das ist Achterbahn-Kapitalismus: Regionen werden zu Konsumzonen umgebaut – mit allen Nebenwirkungen.

Wer profitiert – und wer zahlt?
Während internationale Investoren ihre Gewinne steigern, tragen die Anrainerinnen und Anrainer die Kosten. Konsum, Gastronomie und Einnahmen bleiben weitgehend im geschlossenen System des Familyparks.
Für die umliegenden Gemeinden bleiben:

  • Verkehr
  • Infrastrukturbelastung
  • Flächenverbrauch

Ja, es gibt Kommunalsteuer. Aber eine nachhaltige regionale Wertschöpfung sieht anders aus. Gleichzeitig stehen viele Gemeinden finanziell unter massivem Druck. Land und Bund statten sie unzureichend aus. In dieser Situation erscheinen Großprojekte als vermeintliche Lösung.
Doch Standortpolitik nach dem Motto „Wachstum um jeden Preis“ – betrieben von SPÖ- wie ÖVP-Verantwortlichen – ist keine nachhaltige Perspektive. Sie ist Teil desselben Wettbewerbsdenkens, das Gemeinden in Abhängigkeit von Investoren bringt.
Auch das ist Achterbahn-Kapitalismus:
öffentliche Strukturen werden geschwächt, private Projekte als Rettung verkauft.

Kein Fortschritt – sondern Expansionslogik
Wir sind nicht gegen Fortschritt.
Aber Fortschritt bedeutet:

  • Lebensqualität sichern
  • Natur erhalten
  • demokratische Mitbestimmung stärken
  • kindgerechte, naturnahe Freizeit ermöglichen

Mehr Beton, mehr Versiegelung, mehr Dauerverkehr – das ist kein Fortschritt.
Es ist Expansion um der Expansion willen.
Im Kapitalismus wird nicht investiert, um nichts zu verändern. Zwei zusätzliche Hektar sind kein Selbstzweck. Sie dienen der Gewinnsteigerung.
Das ist die Logik der Achterbahn immer höher, immer schneller – egal, wer unten steht.

Es geht um Grundsätzliches
Natur wird zur Ware.
Boden wird zum Investitionsobjekt.
Gemeinden werden zu Standorten im Wettbewerb.
Das Ruster Hügelland aber ist keine Ware. Es ist unsere gemeinsame Lebensgrundlage.
Dieser Konflikt ist kein Missverständnis. Er ist Ausdruck eines Systems, das Profit über Lebensqualität stellt.
Die Partei der Arbeit Österreich stellt sich klar an die Seite der Anrainerinnen und Anrainer.
Lebensqualität ist kein Luxus.
Natur ist kein Rohstofflager.
Gemeinden sind keine Spielwiese für Investoren.

Jetzt handeln!
✊ Organisieren wir den Widerstand!
✊ Verteidigen wir unseren Lebensraum im Ruster Hügelland!
✊ Stoppen wir den Achterbahn-Kapitalismus!

✍️ Unterzeichne die Petition gegen die Erweiterung!

Unser Ort gehört uns – nicht der Logik des „immer mehr“.

Source: C.Stadler/Bwag; CC-BY-SA-4.0, via Wikicommons

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