75 Jahre Befreiung des KZ Auschwitz

Erklärung des Parteivorstandes der Partei der Arbeit Österreichs, Wien, 27. Jänner 2020

Am 27. Jänner 1945 erreichten sowjetische Rotarmisten mehrerer Infanteriedivisionen der 1. Ukrainischen Front die Konzentrations- und das Vernichtungslager von Ausschwitz und befreiten die verbliebenen Insassen. Die deutschen Faschisten hatten nur minimale militärische Kräfte zurückgelassen, bei Gefechten in und um Oświęcim starben an diesem Tag dennoch mindestens 230 Soldaten der Roten Armee.

Das deutsch-faschistische Vernichtungslager von Auschwitz-Birkenau („Auschwitz II“) sowie die anderen lokalen Konzentrationslager im Süden Polens stehen symbolisch für die ganze Tragweite des Holocausts und NS-Massenmordes. Der deutsche Faschismus, seine Verbündeten und Kollaborateure ermordeten in ihrem Lagersystem etwa sechs Millionen Juden und Jüdinnen, aber auch mehr als drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene, drei Millionen politische Gegner und antifaschistische Widerstandskämpfer, über 200.000 Roma und Sinti sowie eine erhebliche Anzahl an Menschen mit Behinderung, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Angehörige slawischer Völker und Zwangsarbeiter – ca. 1,5 Millionen davon eben in Ausschwitz und Umgebung. Daher erklärten die Vereinten Nationen zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, im Jahr 2005, den 27. Januar zum Internationalen Gedenktag an die Opfer des NS-Faschismus.

Das Ende der deutsch-faschistischen Gräueltaten in Auschwitz war aber noch nicht das Ende des verbrecherischen Hitler-Regimes. Die Rote Armee der Sowjetunion, die im Verlauf des Zweiten Weltkrieges 13 Millionen Gefallene zu verkraften und bereits am 17. Jänner 1945 Warschau befreit hatte, setzte der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS nach: Am 13. Februar wurde Budapest befreit, am 13. April Wien. Am 21. April erreichte die Rote Armee das Stadtgebiet von Berlin und stellte die faschistische Bestie in ihrer Höhle: Am 2. Mai 1945 hissten die siegreichen Rotarmisten die Fahne der Sowjetunion, mit Hammer und Sichel, auf dem Reichstag sowie auf dem Brandenburger Tor. Hitler und Goebbels hatten sich durch Selbstmord ihrer Verantwortung vor der Menschheit entzogen. Mit der Einnahme Berlins war die Voraussetzung für die bedingungslose Kapitulation Deutschlands am 8. und 9. Mai 1945 gegeben. Damit war der Zweite Weltkrieg in Europa beendet. Diese Tage markieren seither den großen antifaschistischen Sieg der Völker.

In diesem Zusammenhang betonen wir die unsterblichen Verdienste der Roten Armee, der politischen Führung und der Völker der Sowjetunion bei der Niederschlagung des deutschen Faschismus. Wir verurteilen auf entschiedenste Weise alle Versuche, Befreier und Verbrecher, UdSSR und Hitler-Deutschland, Sozialismus und Faschismus gleichzusetzen. Diese Bemühungen reaktionärer und antikommunistischer Elemente, die die Geschichte verzerren, den Sozialismus diffamieren und den Faschismus verharmlosen wollen, sind von allen aufrichtigen Demokraten und Antifaschisten zurückzuweisen.

Der historische deutsche Faschismus stand nicht nur für rassistischen Massenmord mit systematischen industriellen Mitteln, sondern für die umfassende offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten und imperialistischsten Teile des deutschen Monopol- und Finanzkapitals. Hätte die Rote Armee ihm nicht das Handwerk gelegt, so wären Völker- und Massenmord in noch viel größerem Ausmaß geplant gewesen. Der deutsche Imperialismus in seiner faschistischen Form strebte nach globaler Hegemonie und dem ungehinderten Zugriff auf Rohstoffe, Transportwege, Einflussgebiete, Boden und billigste Arbeitskräfte. Denn er war ein unmittelbares Entwicklungsergebnis des Kapitalismus, dessen Profitstrebens und seiner imperialistischen Konkurrenz. Damit ist auch gesagt: Wer die Wiederkehr des Faschismus für alle Zeiten verunmöglichen will, muss seine Wurzeln beseitigen – das kapitalistische System.

In diesem Sinne lautet der Aufruf der Partei der Arbeit Österreichs zum 27. Jänner:

Ruhm und Ehre der Roten Armee, den Befreiern von Faschismus und Genozid!

Gegen Antisemitismus und jede Form von Rassismus und nationalen Chauvinismus!

Gegen Geschichtsrevisionismus und Antikommunismus!

Kein Vergeben, kein Vergessen: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Sozialismus statt Barbarei!

Veranstaltungen

Zeitung der Arbeit

spot_img

NEWSLETTER

    Geben Sie Ihren Vornamen ein

    Geben Sie Ihren Nachnamen ein

    Geben Sie ihre E-Mailadresse ein

    Geben Sie Ihre Telefonnummer ein



    Aktuelles

    Spenden

    Partei der Arbeit Österreichs
    IBAN: AT10 2011 1824 2361 8700
    BIC: GIBAATWWXXX