Zum internationalen Frauentag

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8_3-int-womens-day.jpg_1440255361Stellungnahme des Sekretariats der INITIATIVE kommunistischer und Arbeiterparteien Europas, Athen, 7. März 2014
Die Emanzipation der Frauen kann ohne entschiedenen Kampf gegen den Kapitalismus und Imperialismus nicht erreicht werden. Der 8. März ist international jener Tag, um die Frauen aller Länder zu ehren, die nach der Erlangung völliger Gleichheit streben.
Immer noch diskriminiert das kapitalistische System die Frauen durch die Zahlung niedrigerer Löhne, durch die Ausweitung der Arbeitszeit und durch nicht abgesicherte Arbeitsplätze. Berufstätige Frauen, ob Arbeiterinnen oder Angestellte, sind der Gefahr des Jobverlustes ausgesetzt, wenn sie sich für eine Schwangerschaft entscheiden. Die Hausarbeit, die so bedeutend ist für die Reproduktion der Arbeitskraft, wird als natürliche Verantwortlichkeit der Frauen und nicht als wertvolle wirtschaftliche Tätigkeit angesehen. Der Kapitalismus als System beruht auch auf der Ungleichheit der Geschlechter, daher ist die Frauendiskriminierung eine strukturelle Komponente der kapitalistischen Ausbeutung.
In den Ländern, wo die Arbeiterklasse und die armen Bevölkerungsschichten die Lasten der kapitalistischen Krise tragen, leiden die Frauen unter Armut und den Folgen der arbeiterfeindlichen Austeritätsmaßnahmen. Heutzutage haben die Frauen auch mehr zu kämpfen für den Zugang zu grundlegenden Leistungen wie Bildung und Gesundheit, die den Regeln des Marktes untergeordnet wurden. In Ländern, die das Ziel imperialistischer Aggressionen sind, müssen Frauen alle Formen der Gewalt erleben. Sie sind Deportationen ausgesetzt und dazu gezwungen, als Flüchtlinge zu überleben. In fast allen Ländern, auch in jenen, die sich ihres politischen Entwicklungsniveaus rühmen, wird die politische Partizipation der Frauen durch formelle und informelle Hindernisse und Hürden beschränkt. Zur gleichen Zeit werden wir Zeugen des Aufstiegs einer religiösen und reaktionären Politik. Insbesondere der wachsende Einfluss der Religion, der eine globale Erscheinung ist, bedroht die Rechte der Frauen. Die Versuche, den Schwangerschaftsabbruch zu verbieten, wie es sie zuletzt in der Türkei und Spanien gab, zeigen exemplarisch, wie das Recht der Frau auf Selbstbestimmung über ihr Leben durch die Behörden und unter Einfluss konfessionell motivierter und religiöser Tabus verletzt wird.
In der heutigen Welt bietet der Kapitalismus der Menschheit keine Perspektive auf ein besseres Leben. Die Kapitalistenklasse hat sogar die falschen Prämissen aufgegeben, die sie üblicherweise verbreitet hat. Das bedeutet, dass der Kapitalismus in weiterer Folge auf rücksichtsloser Ausbeutung und unbarmherzigen Kriegen beruhen wird, was zu dramatischen Veränderungen der Lebensbedingungen der Frauen führen wird.
Durch die jüngsten Entwicklungen wurde einmal mehr bewiesen, dass die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen im Rahmen des Kapitalismus nicht abgeschafft werden kann. Ein System, das auf dem Privateigentum fußt, ist der Hauptgrund für die Stellung der Frauen als Menschen zweiter Klasse. Im kapitalistischen System, unabhängig vom Entwicklungsniveau, können die Frauen nicht Teilhaberinnen in einer freien und gleichen Gesellschaft werden. Daher ist es offensichtlich, dass die Emanzipation der Frau nicht erreicht werden kann ohne Kampf für den Sozialismus. Alle anderen Optionen, die darauf abzielen, den Kapitalismus zu reformieren, um die Umstände der Frauen zu verbessern, werden nicht in der Lage sein, den zweitklassigen Status der Frauen abzuschaffen, da dies ein strukturelles Ergebnis kapitalistischer Ungleichheit ist.
Wir feiern den Internationalen Frauentag für alle Frauen. Wir bekräftigen einmal mehr unseren Glauben an die Möglichkeit und die Notwendigkeit einer besseren und gerechten Welt. Diese kann nur erreicht werden, wenn die Frauen selbst am gemeinsamen Kampf für die Geschlechtergleichheit, gegen den Kapitalismus und Imperialismus teilnehmen.
Daher ehren wir die Frauen der Arbeiterklasse, die diesen Kampf vor einem Jahrhundert entfacht haben, und revolutionäre Frauenpersönlichkeiten wie Clara Zetkin oder Rosa Luxemburg, die auch heute noch und weiterhin unseren Kampf gegen Ungerechtigkeit inspirieren.