Rede zum Aktionskonzept der PdA von David Lang

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David1000Liebe Genossinnen und Genossen!
Wenn wir Formen unserer Aktionen, also Auftreten nach außen, diskutieren, kommen wir um die Frage danach, was denn überhaupt damit erreicht werden soll, kaum herum. Neben der Frage nach dem Warum, gilt es ebenso das Wie, das Wann und das Was zu klären.
Der erste Teil des Aktionskonzepts der PdA befasst sich mit Agitation und Propaganda im Allgemeinen und erarbeitet konkrete Vorschläge für Aktionen “auf der Straße”. Weitere ausgearbeitete Teile wie beispielsweise zur Arbeit in den Betrieben werden noch folgen.
Agitation (und darunter fällt im Grunde jegliche öffentliche Aktion) ist oft eine Gratwanderung. Sie darf nie zu abstrakt sein und zu viel Vorwissen verlangen, allerdings muss sie doch jederzeit unserem Anspruch, den Kapitalismus auf den Misthaufen der Geschichte zu befördern, gerecht werden. Dies schließt Reformismus oder ein Mitschwimmen im kapitalistischen Mainstream kategorisch aus. Weiters darf den Menschen zu keinem Augenblick in dem Sinne Sand in die Augen gestreut werden, dass eine Argumentation sich alleine an Reformen entlang hantelt und man auf den Gedanken kommen könnte, dass der Kapitalismus ohnehin nur verbessert gehöre, damit ein menschenwürdiges Leben für alle möglich wäre. Trotzdem gilt es allzu utopistische Ansätze oder linksradikalen Übermut zu vermeiden. Eine Gratwanderung eben.
Vieles davon, was im Aktionskonzept angeführt wird, kann unter “Selbstverständlichkeiten” verbucht werden. Dennoch ist es gerade die alltägliche politische Arbeit, die wir zu leisten haben. Und dennoch sind es gerade die “Mühen der Ebene”, die wir durchschreiten müssen.
Jede Form der Aktion muss einem Selbstverständnis davon, wie man in der Öffentlichkeit aufzutreten gedenkt, folgen. Jede Aktion muss geplant sein. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass die jeweilige Form der Aktion auch immer unseren realen Möglichkeiten Rechnung tragen muss. Neue, kreative Formen des Protestes gegen die kapitalistische Barbarei, zentrale groß geplante Aktionen, gezieltes und entschlossenes Auftreten müssen unmittelbarer Bestandteil unserer politische Aktivität sein. Motivierende und auf die GenossInnen eingehende Aktionen, aufsehenerregende Aktionen und effektives Auftreten müssen genauso wie ein theoretisches Grundgerüst in unserem Alltag Einzug finden.
Dieses Aktionskonzept ist aber nur dann mehr wert als das Papier auf dem es geschrieben ist, wenn es tatsächlich eine Umsetzung findet. Unsere grundlegenden Aufgaben bestehen darin eine Gegenmacht zur Herrschaft des Kapitals zu schaffen und in Richtung Sozialismus voran zu schreiten. Welche konkreten Ausformungen diese Perspektive mit sich zieht, muss zu jedem Zeitpunkt diskutiert und abgewogen werden. Es nützt wie gesagt nichts, wenn wir das hier Geschriebene zwar abnicken, aber weder diskutieren, noch versuchen umzusetzen.
Also schreiten wir zur Arbeit, lernen wir im Vorwärtsgehen und schieben wir die Müßiggänger beiseite!