Zum antifaschistischen Sieg über die NS-Barbarei

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Erklärung der Partei der Arbeit Österreichs zum 8./9. Mai 2017
 
Am 8. und 9. Mai 2017 begehen wir den 72. Jahrestag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht, des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa und damit des großen antifaschistischen Sieges der Völker über die NS-Barbarei und deren Verbündete.
 
Der Faschismus ist, wie Georgi Dimitroff darlegte, die offene, terroristische Diktatur der aggressivsten und reaktionärsten Teile des Monopol- und Finanzkapitals. Nicht zuletzt trachtet er danach, die revolutionäre Arbeiterbewegung und den Sozialismus zu vernichten – doch 1945 ist es anders gekommen.
 
Es ist kein Zufall, dass es im internationalen Rahmen vor allem das unauslöschliche Verdienst der heroischen Roten Armee der Sowjetunion war, den Großteil Europas von der faschistischen Barbarei befreit zu haben. Im Kampf der UdSSR gegen den NS-Faschismus ließen nicht nur 13 Millionen sowjetische Soldatinnen und Soldaten ihr Leben, sondern auch 14 Millionen Zivilistinnen und Zivilisten – das ist der größte Blutzoll aller beteiligten Länder.
 
Auf österreichischer Ebene war es insbesondere der kommunistische Widerstand und Partisanenkampf, der unter großen Opfern seinen Anteil an der Befreiung Österreichs von faschistischer Diktatur und deutscher Fremdherrschaft leistete. Erst dies war Voraussetzung für die Schaffung eines unabhängigen österreichischen Staates 1945. Gleichzeitig wollen wir nicht vergessen, dass viele Österreicher mit dem deutschen Faschismus kollaborierten und/oder selbst Täter in der NS-Vernichtungsmaschinerie waren.
 
Wir gedenken nicht nur der Opfer, die der österreichische und internationale Widerstand gegen den deutschen Faschismus erbracht hat, sondern auch der Millionen Menschen, die in den Konzentrations- und Vernichtungslagern sowie Tötungsanstalten des NS-Regimes ermordet wurden, die meisten davon Juden und Jüdinnen, aber auch politische Gefangene, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie Menschen mit physischer oder kognitiver Beeinträchtigung.
 
Das „Zeitalter des Faschismus“ ist keineswegs mit 1945 vorbei, wie manch bürgerliche Geschichtsschreibung behauptet (auch, um sich ihrem Hauptanliegen, dem Antikommunismus, widmen zu können). Dies zeigen nicht nur das Fortleben der faschistischen Diktaturen auf der iberischen Halbinsel nach dem Zweiten Weltkrieg oder der Putsch in Chile 1973, sondern auch aktuelle Ereignisse: In der Ukraine wurden Umsturz und Bürgerkrieg maßgeblich von faschistischen Kräften getragen; in Griechenland schaffte es eine offen faschistische Partei ins Parlament; und in der Türkei können das Vorgehen und die Maßnahmen der Erdogan-Regierung wohl als Faschisierungsprozess gedeutet werden. Deshalb ist es eine unserer Hauptaufgaben, national und international wachsam zu bleiben. Wir müssen alle Versuche einer schleichenden Faschisierung des Staatsapparates „von oben“ wie auch Aktivitäten faschistischer Gruppierungen „von unten“ vehement bekämpfen.
 
Da der Faschismus ein Instrument und eine besondere bürgerliche Herrschaftsform des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium ist, wird unser Kampf auch erst jenseits des Kapitalismus enden. Und somit bedeutet konsequenter Antifaschismus, der die Gefahr des Faschismus für immer bannen möchte, auch Antiimperialismus und Antikapitalismus.
 
Nie wieder Faschismus!
Sozialismus statt Barbarei!
Freiheit!
 
Parteivorstand der Partei der Arbeit Österreichs
Wien, 8. Mai 2017