Redebeitrag der Kommunistischen Partei, Italien

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Beitrag von Guido Ricci namens der Kommunistischen Partei (Partito Comunista), Italien, bei der Veranstaltung der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) zum 100. Jubiläum der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution am 11. November 2017 in Wien (deutsch & italienisch, mit Video)

Liebe Genossinnen und Genossen!

Erlaubt mir, im Namen der gesamten Kommunistischen Partei Italiens die Anwesenden an dieser wichtigen Veranstaltung zu begrüßen und mich bei den Genossen unserer Bruderpartei PdA für die Einladung und Organisation zu bedanken.

Dieses Jahr jährt sich zum hundertsten Mal der Tag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, ein Ereignis nämlich, das wie kein anderes den Lauf der Menschheit so stark verändert hat und womit gezeigt wurde, dass der Sozialismus nicht nur eine Idealvorstellung, sondern eine historisch mögliche und notwendige Realität geworden ist. Wir wollen des Roten Oktobers nicht als einer rein kulturellen Feierlichkeit gedenken, sondern als eine Verpflichtung ansehen, den Kampf auf diesem Wege weiterzuführen, indem die theoretische und praktische Lehre, die Lebenskraft und die Aktualität, die jene glorreiche Erfahrung noch heute in sich trägt, zur Geltung kommt.



 

Der Leninismus, der das Leuchtfeuer des Roten Oktobers gewesen ist, stellt die schöpferische und wissenschaftliche Weiterentwicklung des Marxismus dar und gewährleistet jene Einheit von revolutionärer Theorie und revolutionärer Praxis, die den Sieg der sozialistischen Oktoberrevolution erst möglich gemacht hat. Unter all den damaligen politischen Strömungen, die sich auf die Arbeiterbewegung beriefen war nur der Marxismus-Leninismus imstande, den Kapitalismus umzustürzen, das Proletariat an die Macht zu bringen und den Grundstein für den Aufbau einer Gesellschaft von freien und gleichberechtigten Menschen, einer sozialistischen Gesellschaft, zu legen. Während der Opportunismus und Revisionismus der Reformisten der II. Internationale, entgegen den Lehren von Marx & Engels den Marxismus auf eine rein analytische Methode spekulativer Philosophie herabgesetzt hatten, bringt ihn der Leninismus wieder in seine ursprüngliche Form einer „Philosophie der Praxis“ (wie es Gramsci so schön sagt) zurück, d.h. einer Wissenschaft der Transformation der Wirklichkeit, die ein dialektisches Verhältnis herstellt und in sich Analyse, Taktik, Strategie und Zielsetzung vereinigt. Durch die Oktoberrevolution und durch Lenin wird der Ausspruch Marx´ & Engels´, nämlich: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ zur Wirklichkeit.

Der Rote Oktober unterscheidet sich seiner Substanz nach von allen vorherigen Revolutionen durch mindestens sechs Merkmale.

Jede Revolution bedeutet die politische Auflösung der Widersprüche zwischen dem Entwicklungsgrad der Produktivkräfte und dem der Produktionsverhältnisse, die die Produktivkräfte an der Weiterentwicklung hindern, und stellt schon allein deshalb einen Faktor des Fortschritts dar. In diesem Sinne muss man, auch wenn es paradox erscheinen mag, die Produktionsweise der Sklavenhaltergesellschaft als einen Fortschritt im Hinblick auf den Urkommunismus ansehen. Das Grundmerkmal der vorherigen Revolutionen ist jedoch die alleinige Auswechslung der Form des Privateigentums, die Ersetzung einer herrschenden Klasse mit einer anderen. Die Oktoberrevolution aber war das Werk der Arbeiterklasse, der einzigen Klasse, die über keine Produktionsmittel verfügt, deshalb ersetzt die Arbeiterklasse nicht die Form des Privateigentums mit einer anderen, sondern schafft das Privateigentum als Ganzes ab, mit der Expropriation der Produktionsmittel wandelt sie es in gesellschaftliches Eigentum um. Der daraus erzielte Gewinn fließt nicht in die Tasche einiger weniger Kapitalisten, sondern fließt in die Zufriedenstellung der Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft und ihrer vielseitigen Entwicklung. Daraus erschließt sich das erste Alleinstellungsmerkmal der Oktoberrevolution, ihr universeller Befreiungscharakter.

Das zweite Alleinstellungsmerkmal betrifft das Wesen der Staatsmacht. Die aus den vorherigen Revolutionen hervorgegangenen Staatsformen waren Organisationen der politisch-juristischen Klassenherrschaft, einer Minderheit von Ausbeutern gegenüber dem Rest der Gesellschaft. Die Sowjetmacht als historisch determinierte Verkörperung der Diktatur des Proletariats übt zum ersten Mal in der Geschichte die Herrschaft, d.h. die absolute, nicht mit anderen sozialen Schichten geteilte Macht der Mehrheit der Ausgebeuteten im Interesse der ganzen Gesellschaft über die Minderheit der Ausbeuter aus. So wird der universaldemokratische Charakter der Diktatur des Proletariats offenbar. Durch die Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln hat die Sowjetmacht den Grundstein für den Prozess der Überwindung der gesellschaftlichen Klassenteilung und des Absterbens des Staates hin zur Selbstregierung der Produzenten gelegt.

Das dritte Alleinstellungsmerkmal der Oktoberrevolution besteht in der verkehrten Abfolge zwischen dem Aufbau der ökonomischen Basis und der Anpassung des Überbaus. Die vorhergehenden Revolutionen stellten den politischen Höhepunkt, d.h. den Abschluss eines Prozesses der Selbstbehauptung einer neuen Produktionsweise dar, die sich im ökonomischen Bereich bereits etabliert hatte, da sie sich im Schoße der vorherigen Gesellschaft entwickelte. In solchen Fällen beherrschten die neu entstandenen Klassen zuerst das ökonomische, dann das politische Feld. Im Falle der Oktoberrevolution, die dem Wesen nach eine proletarische Revolution ist, mussten die Selbstbehauptung der sozialistischen Produktionsweise und die Erschaffung ihrer ökonomischen Basis aber erst nach der politischen Machtergreifung erfolgen. Im Unterschied zu den übrigen sozioökonomischen Formationen kann der Sozialismus nicht im Schoße der vorherigen Gesellschaftsformation reifen, sondern muss nach der Revolution aus dem Nichts geschaffen werden. Das erklärt den Umstand, wieso Bestandteile der kapitalistischen Gesellschaftsformation auch noch in der Zwischenphase hin zum Kommunismus fortdauern können, wobei sich ihre Natur aber bereits verändert hat. Wie schon Stalin in seinem Werk „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ erklärt hat, verliert beispielsweise der Markt, obgleich weiterexistierend, unter den Voraussetzungen von gesellschaftlichem Eigentum an den Produktionsmitteln und der Diktatur des Proletariats seine Rolle als Hauptregulator, die er im Kapitalismus innehat, um ganz einfach zu einem Ort des Austauschs jenes begrenzten Teils der Produkte zu werden, die noch Warenform besitzen. Die Warenzirkulation als solche hört auf zu existieren, weil das Produkt nicht mehr eigens für den Austausch produziert wird, somit ist es auch keine Ware mehr, sondern dient der Befriedigung der reellen materiellen und geistigen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft.

Hauptregulierungsfaktor der Wirtschaft bildet demnach nicht mehr der Markt, sondern die Planung der Wirtschaft. Die zentralisierte Planung begründet das vierte Alleinstellungsmerkmal der Oktoberrevolution, das sie von den anderen unterscheidet und das die Anarchie der Produktion überwindet, die alle vorhergehenden sozioökonomischen Formationen, allen voran den Kapitalismus, kennzeichnete, um sodann die harmonische Entwicklung der Gesellschaft sowie die Befriedigung der Bedürfnisse all ihrer Mitglieder zu gewährleisten. Die Planung untersteht der Kontrolle von unten durch das Aufsichtsorgan, die „Rabkrin“ (Arbeiter- und Bauerninspektion, ABI). Dadurch, dass die Planung von unten kontrolliert wird, gibt die Oktoberrevolution den Produzenten die totale Kontrolle über die Produktion zurück.

Die Lösung der Nationalitätenfrage durch die Erschaffung eines Vielvölkerstaats, der nicht auf den Gegensatz zwischen den Völkern, sondern auf internationalistische Solidarität gründet, und in dem verschiedene Nationen friedlich zusammenlebten und gleiche Rechte besaßen, bildet das fünfte Alleinstellungsmerkmal der Oktoberrevolution, im Unterschied zu den vorherigen (Revolutionen). Der Staat, der durch den Roten Oktober erschaffen wurde, die Sowjetunion, hat sich stets an die Prinzipien von Frieden und Nichteinmischung gehalten, an das Selbstbestimmungsrecht und die Unabhängigkeit der Völker. Auch hat sie eine maßgebliche Rolle gespielt in der Erhaltung des Weltfriedens. Zugleich ist sie auch immer ihrer Verpflichtung zur Unterstützung der Kommunistischen Parteien und der Befreiungsbewegungen nachgekommen, womit sie einen maßgeblichen Beitrag am Zusammensturz des Kolonialsystems geliefert hat.

Ein sechstes Unterscheidungsmerkmal ist die Lösung des Problems der Geschlechterdifferenz und ‑unterordnung. Nur durch die Oktoberrevolution erringen die Frauen die juristische Gleichheit, aber auch Gleichberechtigung auf politischer, sozialer und ökonomischer Ebene. Durch die Vergesellschaftung der Produktionsmittel fällt ein gewaltiger Teil des Produkts nicht mehr der privaten Aneignung des Kapitalisten zu, sondern wird Sozialdiensten von höchster Qualität im Bereich der bewussten und unentgeltlich betreuten Mutterschaft, dem Gesundheitswesen, der Erziehung und der Bildung der jungen Generationen zugeführt, deren Pflege von der Revolution an zur Aufgabe der gesamten Gesellschaft und nicht mehr dem engen Kreis der Familie vorbehalten wird. Das gesellschaftliche Eigentum setzt den Grundstein für die Überwindung der Familie als ökonomische Basiseinheit der Gesellschaft, indem die vorherigen diskriminierenden Formen der Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann aufgehoben werden.

So mancher unserer rechten und linken Verleumder entgegnen uns, die Zeiten und der Kapitalismus hätten sich verändert, die Umstände würden uns die Achtung vor der bürgerlichen Demokratie sowie legale Methoden des Kampfes aufdrängen und dass deshalb der Leninismus und das Vorbild der Oktoberrevolution nicht mehr aktuell wären. Das aber ist völlig falsch!

Der grundsätzliche Widerspruch im Kapitalismus, und zwar der unüberbrückbare Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit, bleibt nicht nur in seinem Kern völlig erhalten, sondern verschärft sich in seiner Form durch die juristische und materielle Komprimierung von Rechten, die wir bis vor kurzem noch für selbstverständlich erachtet haben. Die Produktivkräfte werden in ihrer Entwicklung gehemmt und in Krisenzeiten sogar zerstört durch die Mechanismen der privaten Aneignung des Produkts und der Mehrwertausbeutung. Die Krisenzyklen verstärken sich einerseits in ihrer Häufigkeit und andererseits in ihrer Schwere. Dass nun der Höhepunkt des wirtschaftlichen Aufschwungs immer eine niedrigere Stelle einnimmt, als die Hochkonjunktur vor der Krise, zeigt nichts anderes, als das Unvermögen, die Wirtschaft auf den Stand vor der Krise zurückzubringen sowie eine offenkundige Zerstörung von Reichtum im Allgemeinen. Die Kur, die das Kapital den Arbeitern aufzuzwingen versucht, um aus der Krise zu gelangen, besteht aus Lohn- und Rentenkürzung, Arbeitszeitverlängerung, Verlängerung des Berufslebens, Einschnitte in den Sozialdiensten, Privatisierung des öffentlichen Dienstes und des Gemeineigentums, womit eine drastische Verschlechterung der Lebensbedingungen der Arbeiterklasse einhergeht. Der wachsenden Ausbeutung der Arbeitskraft kommt noch die irrsinnige Ausbeutung der natürlichen Ressourcen hinzu, womit das Überleben des ganzen Planeten aufs Spiel gesetzt wird.

Der Imperialismus will den Völkern der Welt seinen eigenen Willen aufzwingen und er versucht ihren Widerstand mit schamlosen Embargos zu brechen, die sie an ihrer ökonomischen Entwicklung hindern und, indem ihr Recht auf Selbstverteidigung mit Füßen getreten wird, subversive Zwecke des Umsturzes ihres politischen Systems verfolgt, und schreckt dabei nicht einmal vor direkter bewaffneter Aggression zurück. Das niederträchtige einstimmige Votum des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zur Verschärfung der Sanktionen gegen die Demokratische Volkrepublik Korea, bezeugt, wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass es keine mehr oder weniger „gute“ Imperialismen gibt: die imperialistischen Blöcke, die USA, die EU sowie die BRICS-Staaten, haben dieselbe Natur, sie verfolgen ihre monopolistischen Ziele auf dem Rücken ihrer Völker und stehen deshalb in Konkurrenz zueinander, finden aber zur zweckdienlichen Einheit gegen diejenigen, die sich ihrem Willen nicht beugen wollen. Der Demokratischen Volkrepublik Korea, dem sozialistischen Kuba, dem Venezuela Bolivars und den Völkern, die den imperialistischen Angriffen standhalten müssen, soll unsere größte militante Solidarität von Kommunisten und Arbeitern gelten, um die verbrecherischen Sanktionen zu widerrufen und unsere Länder von kriegerischen Abenteuern zu verschonen. Der Schutzschild der UNO stellt nur die unrechtmäßige formale Legalität des internationalen imperialistischen Rechts dar und kann keine militärischen Aggressionen und Kriege rechtfertigen.

Die allgemeine Konkurrenz zwischen den imperialistischen Ländern um die Kontrolle über Ressourcen, Märkte, Kommunikationswege und um die geopolitische Hegemonie bricht blutige Kriege vom Zaun und Millionen werden in die Misere und in die Emigration von den Kriegsschauplätzen gezwungen. Das sind Massen von Enterbten, die vom Kapital dafür genutzt werden, den Preis der Arbeitskraft auf dem Markt neu zu bestimmen, die Bewilligung des Rechts auf Asyl als Pfand. Die xenophobe, rassistische und faschistische Propaganda gibt ihnen die Schuld für die niedrigen Löhne, für die Instabilität und die Arbeitslosigkeit und sie hetzt weiter im Sinne des Kapitals; um eines unverantwortlichen und abwegigen „Krieges unter Armen“ willen. Das dient dazu, ein neues Feindbild zu erschaffen, die Arbeiter vom Klassenkampf abzuhalten und in Vergessenheit geraten zu lassen, dass der eigentliche Feind der Kapitalist ist, der sie um einen Hungerlohn ausbeutet und sie dann wieder zurück auf die Straße wirft, wenn er sie nicht mehr benötigt.

Im Inneren der kapitalistischen Länder ist ein allgemeiner Prozess des Entzugs der Freiheiten, des Entzugs der sozialen, politischen, gewerkschaftlichen Rechte und auch des Wahlrechts im Gange, um die kapitalistische Restrukturierung zu bewerkstelligen und den wachsenden Klassenwiderstand einzudämmen, während auf der anderen Seite die Verfügungsgewalt der repressiven Organe und die Überwachung der Bevölkerung ausgebaut werden. Die Normen der bürgerlichen Demokratie werden von der Bourgeoisie selbst infrage gestellt und verleugnet.

Vor dieser Barbarei des gegenwärtigen Monopolkapitalismus wird offenkundig, dass die Lehren Lenins und das Vorbild der Oktoberrevolution noch lebendig und aktuell sind wie eh und je. Das, was definitiv tot und begraben liegt, ist jedenfalls die reformistische Utopie der Sozialdemokratie, da unter den gegebenen Umständen nicht einmal mehr die ökonomischen Rahmenbedingungen für einen etwaigen Sozialstaat gegeben wären, der den Klassenkampf narkotisieren könnte. Auch ist der Gedanke abwegig, ein gradueller Reformprozess könnte einen effizienteren und aufrichtigeren Staatsapparat erschaffen, der sich der Nöte der Volksschichten mit größerer Aufmerksamkeit annehmen würde und auch nur einen Deut an der Situation der Arbeiterschaft verändern würde. Der Kapitalismus ist nicht mit kosmetischen Kuren zu korrigieren, wie es uns die Opportunisten der Europäischen Linken und die alten und neuen Sozialdemokraten glauben machen wollen. Der Kapitalismus ist nicht krank, er ist die Krankheit selbst und als solche muss er radikal ausgemerzt werden. Es gibt keinen anderen Weg zur Befreiung der Menschheit als durch die proletarische und sozialistische Revolution!

Wir haben gesehen, dass alle objektiven Bedingungen gegeben sind, um zu behaupten, dass wir uns in der Epoche des revolutionären Übergangs zum Sozialismus befinden. Jedoch ist auch der subjektive Faktor für die proletarische Revolution notwendig, d.h., laut Lenin, dass die arbeitenden Volksmassen beschließen, dass sie nicht mehr beherrscht werden wollen wie ehedem und sich um die Arbeiterklasse sammeln und um ihre Avantgarde, einer kommunistischen Partei leninistischen Typs, Instrument und Motor der Revolution. Einer Partei, die unerschütterlich in der Theorie und in den bewusst verinnerlichten Prinzipien, im internationalistischen Geist und in der Kunst der Revolution, einer Partei, die für alle Fälle gewappnet und zu kämpfen imstande ist auf jedwedem Kampffeld das die Situation gebietet.

Der Arbeiterklasse, dem Proletariat sagen wir: organisiert euch in der Kommunistischen Partei, rüstet sie für jedwede notwendige Kampfmethode aus, kämpft für den Austritt aus EU und NATO und allen anderen imperialistischen Institutionen, für den Umsturz des Kapitalismus, für die Errichtung der Diktatur des Proletariats und für den Aufbau des Sozialismus-Kommunismus in jedem Land!

Hoch lebe die Oktoberrevolution!

Hoch lebe der Marxismus-Leninismus!

Proletarier aller Länder, vereinigt euch!

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Cari compagni,

permettetemi, a nome di tutto il Partito Comunista (Italia) di salutare i presenti a questa importante manifestazione e di ringraziare i compagni del partito fratello PdA per la sua organizzazione e l’invito rivoltoci.

Ricorre quest’anno il 100° Anniversario della Grande Rivoluzione Socialista d’Ottobre, dell’evento che più d’ogni altro ha cambiato la storia recente dell’umanità, dimostrando che il socialismo non è solo una prospettiva ideale, ma una realtà storica, possibile quanto necessaria. Noi non commemoriamo l’Ottobre Rosso come una celebrazione o una testimonianza puramente culturale, ma come un impegno a proseguire la nostra lotta lungo quella via, valorizzando l’insegnamento teorico e pratico, la vitalità e l’attualità che quell’esperienza gloriosa reca in sé ancora oggi.

Il leninismo, che è stato il faro dell’Ottobre Rosso, rappresenta lo sviluppo creativo e scientifico del marxismo, garantendo quell’unione di teoria e prassi rivoluzionarie che hanno reso possibile la vittoria della Rivoluzione Socialista d’Ottobre. Tra tutte le correnti di pensiero che fanno riferimento al movimento operaio, nella storia solo il marxismo-leninismo è stato in grado di rovesciare il capitalismo, condurre al potere il proletariato e avviare la costruzione di una società di uomini liberi ed eguali, di una società socialista. Se l’opportunismo e il revisionismo dei riformisti della II Internazionale, contrariamente agli insegnamenti di Marx ed Engels, avevano svilito il marxismo a livello di puro metodo analitico, di filosofia speculativa, il leninismo lo riporta nella sua autentica dimensione di “filosofia della prassi” (A. Gramsci), cioè di scienza della trasformazione della realtà che pone in stretta relazione dialettica e riassume in sé analisi, tattiche, strategie e obiettivi. Con la Rivoluzione d’Ottobre e con Lenin si realizza l’auspicio di Marx e Engels: “I filosofi finora hannovariamente interpretato il mondo, adesso si tratta di trasformarlo”.

L’Ottobre Rosso è diverso nella sua sostanza da tutte le rivoluzioni precedenti per almeno sei aspetti.

Ogni rivoluzione rappresenta la soluzione politica della contraddizione tra il grado di sviluppo delle forze produttive e i rapporti di produzione che ne impediscono l’ulteriore sviluppo e, perciò, costituisce di per sé un fattore di progresso. In questo senso, anche se può sembrare paradossale, il modo di produzione schiavistico rappresenta un progresso, una fase di sviluppo superiore delle forze produttive rispetto al cosiddetto “comunismo primitivo”. La caratteristica di tutte le altre precedenti rivoluzioni è, però, la sostituzione di una forma di proprietà privata con un’altra, una classe di proprietari con un’altra. La Rivoluzione d’Ottobre fu opera del proletariato, l’unica classe che non ha alcuna proprietà privata e che, pertanto, non sostituisce una forma di proprietà privata con un’altra, ma abolisce qualsiasi proprietà privata e, con l’espropriazione dei mezzi di produzione, la trasforma in proprietà sociale, destinando le risorse così liberate non all’arricchimento di un pugno di capitalisti, ma al soddisfacimento dei bisogni materiali e spirituali di tutta la società e al suo sviluppo multilaterale. In ciò è racchiuso il primo tratto distintivo della Rivoluzione d’Ottobre, il suo carattere liberatorio universale.

Il secondo tratto distintivo riguarda la natura del potere statuale. Gli stati prodotti dalle precedenti rivoluzioni erano organizzazioni del dominio di classe, politico-giuridico, di una minoranza di sfruttatori sul resto della società. Il potere sovietico, come incarnazione storicamente determinata della dittatura del proletariato, per la prima volta nella storia esercita il dominio, cioè il potere assoluto e non condiviso con altri strati sociali, della maggioranza degli sfruttati sulla minoranza degli sfruttatori, nell’interesse di tutta la società, dimostrando con questo l’essenza universalmente democratica della dittatura proletaria. Abolendo la proprietà privata dei mezzi di produzione, il potere sovietico diede inizio al processo di superamento della divisione in classi della società e di estinzione dello stato stesso in direzione dell’autogoverno dei produttori.

Il terzo tratto distintivo della Rivoluzione d’Ottobre risiede nell’inversa consequenzialità tra costruzione della struttura economica e adeguamento della sovrastruttura politica. Le precedenti rivoluzioni rappresentavano il culmine politico, cioè la conclusione, di un processo di affermazione di un nuovo modo di produzione che era già diventato dominante nella sfera economica, essendosi sviluppato all’interno della vecchia società. In questi casi le nuove classi, prima diventavano dominanti sul piano economico, poi lo diventavano anche sul piano politico. Nel caso della Rivoluzione d’Ottobre in quanto rivoluzione proletaria, invece, l’affermazione del modo di produzione socialista e la costruzione della sua struttura economica può avvenire soltanto dopo la conquista del potere politico. Il socialismo, a differenza delle altre formazioni economico-sociali, non matura nel seno della formazione precedente, ma deve essere costruito ex-novo dopo la rivoluzione. Questo spiega come elementi della formazione capitalistica possano continuare, anche a lungo, a sopravvivere nella fase di transizione al comunismo, ma la loro natura cambia. Come insegna Stalin nella sua opera “Problemi economici del socialismo in URSS”, il mercato, ad esempio, pur continuando ad esistere, in condizioni di proprietà sociale dei mezzi di produzione e di dittatura proletaria, perde il ruolo di regolatore supremo dell’economia che ha nel capitalismo, per diventare semplicemente il luogo dello scambio di quella limitata parte di prodotto che ha ancora forma di merce. Lo scambio mercantile in quanto tale cessa di esistere, poiché il prodotto non è più finalizzato allo scambio stesso, quindi non è più merce, ma al soddisfacimento dei bisogni reali, materiali e spirituali, di tutta la società.

Il ruolo di regolatore dell’economia è affidato, quindi, non più al mercato, ma al piano economico. La pianificazione centralizzata costituisce il quarto tratto distintivo della Rivoluzione d’Ottobre che la differenzia dalle altre e che supera l’anarchia della produzione che aveva caratterizzato tutte le formazioni economico-sociali, in particolare il capitalismo, per garantire lo sviluppo economico armonioso della società e il soddisfacimento dei bisogni di tutti i suoi membri. Il piano è sottoposto al controllo dal basso attraverso l’organismo ispettivo del Rabkrin (Raboche-krestianskayaInspekciya, Ispezione Operaia e Contadina). In questo modo, attraverso il piano controllato dal basso, la Rivoluzione d’Ottobre restituisce ai produttori il controllo totale sulla produzione.

La soluzione della questione nazionale, con la costituzione di uno stato multinazionale, basato non sull’antagonismo tra popoli, ma sulla solidarietà internazionalista, in cui differenti nazionalità potevano convivere in pace e con uguali diritti, costituisce il quinto aspetto distintivo della Rivoluzione d’Ottobre rispetto alle precedenti. Lo stato nato dall’Ottobre Rosso, l’Unione Sovietica, si è sempre attenuto ai principi di non aggressione e non ingerenza, riconoscimento del diritto all’autodeterminazione e all’indipendenza dei popoli, giocando un ruolo determinante nel mantenimento della pace nel mondo. Al tempo stesso non è mai venuta meno al proprio impegno a sostegno dei partiti comunisti e dei movimenti di liberazione, fornendo un contributo determinante al crollo del sistema coloniale.

Un sesto aspetto distintivo è la soluzione del problema della differenza e subordinazione di genere. E’ solo con la Rivoluzione d’Ottobre che le donne acquistano parità di diritti, nelle rispetto della specificità di genere, sia a livello politico, che sociale, che economico. Attraverso la socializzazione dei mezzi di produzione, un’ingente parte del prodotto, non più soggetta all’appropriazione privata da parte del capitalista, viene destinata a fornire servizi sociali di altissima qualità nel campo della maternità consapevole e assistita gratuitamente, della sanità, dell’educazione e dell’istruzione delle giovani generazioni, la cui cura è, dalla Rivoluzione in poi, compito dell’intera società e non più solo della singola famiglia. La proprietà sociale pone le basi per il superamento della famiglia come unità economica di base della società, superando le precedenti forme discriminanti di divisione del lavoro tra donne e uomini.

Qualcuno, tra i nostri detrattori di destra e di sinistra, obietta che i tempi e il capitalismo sarebbero cambiati, che le condizioni imporrebbero il rispetto della democrazia borghese e dei metodi legali di lotta, che, pertanto il leninismo e l’esempio della Rivoluzione d’Ottobre non sarebbero più attuali. Nulla di più falso!

La contraddizione fondamentale del capitalismo, cioè l’irriducibile conflitto tra capitale e lavoro, non solo permane in tutta la sua sostanza, ma si acutizza anche nella forma, attraverso la compressione, giuridica e materiale, di diritti che fino a qualche anno fa tutti davano per scontati.

Le forze produttive sono bloccate nel loro sviluppo e, nei periodi di crisi, addirittura distrutte dai meccanismi di appropriazione privata del prodotto e di estrazione del profitto capitalista. I cicli delle crisi si intensificano sia in termini di frequenza, che di gravità. Il fatto che i nuovi picchi di ripresa si collochino comunque al di sotto del picco precedente indica l’incapacità di riportare l’economia ai livelli precedenti la crisi e una distruzione netta di ricchezza in generale. Le cure che il capitale cerca di imporre ai lavoratori per uscire dalla crisi, fatte di riduzioni di salari e pensioni, aumento dei tempi di lavoro, allungamento della vita lavorativa, tagli ai sevizi sociali, privatizzazioni dei servizi e del patrimonio pubblico, sono ancora peggiori del male e hanno determinato un drastico peggioramento delle condizioni di vita della classe operaia e dei lavoratori.

Allo sfruttamento crescente della forza lavoro si aggiunge lo sfruttamento dissennato delle risorse naturali, fino a mettere a repentaglio la sopravvivenza del pianeta.

L’imperialismo tenta di imporre la propria volontà ai popoli del mondo, cercando di piegarne la resistenza con vergognosi embargo che ne impediscono lo sviluppo economico e, calpestandone il diritto all’autodifesa, hanno finalità eversive di rovesciamento del loro sistema politico, anche ricorrendo all’aggressione armata diretta. L’ignobile voto unanime del Consiglio di Sicurezza dell’ONU per l’inasprimento delle sanzioni contro la Repubblica Democratica Popolare di Corea dimostra, se ancora ce ne fosse bisogno, che non esistono imperialismi più o meno “buoni”: i blocchi imperialisti, sia gli USA, che l’UE, che i BRICS, hanno la stessa natura, perseguono gli interessi dei loro monopoli sulla pelle dei popoli e sono per questo in competizione tra loro, ma ritrovano unità d’intenti contro chi non si piega al loro diktat. Alla RPDC, a Cuba socialista, al Venezuela bolivariano e ai popoli che subiscono l’attacco imperialista deve andare la massima solidarietà militante dei comunisti e dei lavoratori, affinché vengano revocate le criminali sanzioni, affinché i nostri paesi non siano trascinati in avventure militari. L’egida dell’ONU rappresenta solo l’illegittima legalità formale del diritto internazionale imperialista e non può giustificare aggressioni e guerre.

La concorrenza generalizzata tra paesi imperialisti per il controllo di risorse, mercati e vie di comunicazione e per la supremazia geopolitica scatena sanguinose guerre, costringendo milioni di persone ridotte in miseria ad emigrare dai luoghi del conflitto. Sono masse di diseredati che vengono utilizzate dal capitale per calmierare il mercato del lavoro, come “esercito industriale di riserva”, sotto il ricatto della concessione del diritto d’asilo. La propaganda xenofoba, razzista e fascista li addita come responsabili dei bassi salari, della precarietà e della disoccupazione, fomentando, per conto del capitale; un’irresponsabile e fuorviante “guerra tra poveri”. Questo serve a creare un falso nemico, a distogliere i lavoratori dalla lotta di classe, a far dimenticare che il vero nemico è il padrone capitalista che li sfrutta per salari da fame e li getta in strada quando non gli servono più.

All’interno dei paesi capitalistici, per gestire la ristrutturazione capitalistica e arginare la crescente resistenza di classe, è in atto un processo generalizzato di restringimento delle libertà, dei diritti sociali, sindacali e politici, di accesso alle istituzioni elettive, mentre si espandono il potere discrezionale degli organi repressivi e lo spionaggio sui cittadini. Le regole della democrazia borghese sono messe in discussione e ripudiate dalla borghesia stessa.

Di fronte a questa barbarie del capitalismo monopolistico contemporaneo, risulta evidente che l’insegnamento di Lenin e l’esempio della Rivoluzione d’Ottobre sono quanto mai vivi e attuali. Ciò che è definitivamente morto e sepolto, caso mai, è l’utopia riformista socialdemocratica, per la quale, del resto, nelle attuali condizioni non ci sono più neppure i margini economici per sostenere un welfare che narcotizzi il conflitto di classe. Neppure è possibile pensare che un processo graduale di riforme che porti ad una gestione più efficiente e onesta del sistema, ad una maggiore attenzione ai disagi dei ceti popolari, possa migliorare la condizione operaia. Il capitalismo non è migliorabile con cure cosmetiche, come vogliono far credere gli opportunisti del Partito della Sinistra Europea e i socialdemocratici, vecchi e nuovi. Il capitalismo non è malato, il capitalismo è la malattia e, come tale, va estirpato radicalmente. Non esistono altre vie per la liberazione dell’umanità, se non la rivoluzione proletaria e socialista!

Abbiamo visto che sussistono tutte le condizioni oggettive per poter affermare che viviamo nell’era della transizione rivoluzionaria al socialismo.

Occorre, tuttavia, che esistano anche le condizioni soggettive per la rivoluzione proletaria, cioè, secondo Lenin, che le masse del popolo lavoratore decidano di non voler più essere governate come prima e si stringano intorno alla classe operaia e alla sua avanguardia, il partito comunista di tipo leninista, strumento e forza motrice della rivoluzione. Un partito saldo nella teoria e nei principi, nello spirito internazionalista e nella disciplina rivoluzionaria, liberamente e coscientemente accettate e condivise, pronto a qualsiasi evenienza e in grado di combattere su qualsiasi terreno di lotta venga imposto dalla situazione.

Alla classe operaia, al proletariato diciamo: organizzatevi nel Partito Comunista, attrezzatelo per praticare qualsiasi metodo di lotta si renda necessario nelle reali condizioni, lottate per uscire dall’UE, dalla NATO e dalle altre istituzioni imperialiste, per rovesciare il capitalismo, instaurare la dittatura proletaria e avviare la costruzione del socialismo-comunismo in ciascun paese.

Viva la rivoluzione d’ottobre!

Viva il marxismo-leninismo!

Proletari di tutti paesi, unitevi!