Rede der Neuen KP Jugoslawiens

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Rede der Neuen Kommunistischen Partei Jugoslawiens (Нова комунистичка партија Југославије / Nova Komunistička Partija Jugoslavije, NKPJ), Serbien, bei der Festveranstaltung von PdA und KJÖ „100 Jahre kommunistische Bewegung in Österreich“, Wien-Donaustadt, 3. November 2018

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Gäste!

Im Namen der Neuen Kommunistischen Partei Jugoslawiens und im meinem Namen begrüße ich alle Anwesenden und bedanke mich bei der Partei der Arbeit Österreichs für die Einladung zu diesem wichtigem Jubiläum, dem 100. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Österreichs.

Ich würde gerne gleich am Anfang daran erinnern, dass die ersten Schritte der organisierten Arbeiterbewegung in Österreich, die später zur der Gründung der KPÖ 1918 führten, auch von großer Bedeutung für die Arbeiterbewegung in den jugoslawischen Ländern war, die damals Teil der Habsburger-Monarchie waren. Wiederum später, in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts, als die KP Jugoslawiens verboten war und verfolgt wurde, war Wien das Zentrum der jugoslawischen kommunistischen Emigration und auch der Ort, wo der dritte Kongress der KPJ stattgefunden hat. Wir können sagen, dass dies ein Jubiläum ist, das uns historisch auf einige Wege verbindet.

Es ist uns bekannt, dass unter den österreichischen Bürgern serbischer Abstammung die FPÖ großes Ansehen genießt, wegen der deklarativen Unterstützung Serbiens und der Ablehnung der Anerkennung der so genannten Republik Kosovo. Viele haben vergessen, dass die FPÖ die Zerstörung der SFRJ unterstützte sowie auch den Bürgerkrieg, in dem viele Serben ihre Familien und Häuser verloren haben. Die NKPJ äußert sich klar, dass die FPÖ kein Freund sowie auch kein Verbündeter der Arbeiterklasse ist, und dass für die Serben sowie auch die anderen Arbeiter in Österreich von Seiten der FPÖ nur grausame Ausbeutung kommen kann. Es handelt sich um eine reaktionär-bürgerliche Partei, die ein Exponent und Beschützer der Interessen der ausbeuterischen und kapitalistischen Klasse ist. Daher möchte ich die Möglichkeit nutzen, alle Bürger des ehemaligen Jugoslawiens, die hier leben und arbeiten, einzuladen, den wahren Freund der Arbeiterklasse und des Werktätigen Volkes zu unterstützen – die Partei der Arbeit Österreichs –, damit sie aktiv mitkämpfen im Kampf für die Rechte der Arbeiter und die Entstehung der sozialistischen Perspektive Österreichs.

Der französische Sozialist Jean Jaurès sagte: „Der Kapitalismus trägt den Krieg in sich, wie die Wolke den Regen.“

Der Kapitalismus hat im letzten Jahrhundert zwei Weltkriege erzeugt und eine Reihe von kleineren und größeren militärischen Konflikten. In mehr als 326 Kriege und größeren Konflikten nach dem zweiten Weltkrieg wurden mehr als 30 Millionen Menschen getötet, mehr als 100 Millionen wurden verwundet oder zu Kriegsinvaliden.

Nach der blutigen Erfahrung, die die Menschheit im 20. Jahrhundert machte, ist es klar, dass diesem destruktiven System nicht die Verantwortung für die Menschheit überlassen werden kann. Das alles verpflichtet die kommunistische Bewegung, sich kritisch mit der eigenen jahrzehntelangen Geschichte zu konfrontieren, mit allen Fehlern, Niederlagen und Siegen, gelehrt durch Erfahrung sowie von Dogmatismus, Opportunismus und Revisionismus befreit, um eine neue Seite im Kampf für die Befreiung des Menschen aufzuschlagen, mit der Orientierung und Bestätigung, dass der Sozialismus möglich und erreichbar ist.

Die weltweite kommunistische Bewegung befindet sich schon fast drei Jahrzehnte in einer schweren ideologischen, organisatorischen und materiellen Krise. Wir wurden Zeugen des Revisionismus und Opportunismus vieler kommunistischer Parteien. Sie lehnten den Klassenkampf ab und wählten den sozialen Dialog mit der herrschenden Klasse. Arbeiterkundgebungen und Streiks tauschten sie mit angenehmen Abgeordnetensofas und Kabinettssitzen. Aber, trotz alledem: „Welche Schwierigkeiten auch kommen mögen, ein mögliches Versagen oder die Wellen der Konterrevolution – der Sieg des Proletariats ist unausweichlich.“ (W. I. Lenin).

Vor uns liegt ein dorniger Weg der Erweckung des revolutionären Bewusstseins und der breitesten Mobilisierung der Arbeiter, Bauern, Jugend, Studierenden und die Gründung einer starken revolutionären Front.

Trotz der großen Hindernisse glauben wir an die Kraft der Einheit der Arbeiterklasse und vertrauen auf die Fähigkeit zum Kampf für eine neue, freie Welt – die Welt des Sozialismus.

Wie Kommandant Fidel Castro sagte, „mit allen, die kämpfen, die niemals vor den Schwierigkeiten kapitulieren, mit denjenigen, die an die menschliche Fähigkeit glauben, Werte und Ideen zu schöpfen, verbreiten und pflegen, mit denjenigen, die der wunderbaren Ansicht sind, dass eine bessere Welt möglich ist, mit denjenigen werden wir zusammen kämpfen, und wir werden siegen!”

Den Genossinnen und Genossen der PdA wünschen wir viel Erfolg im weiteren Kampf. Wir sind überzeugt, dass Hammer und Sichel, die im Wappen Österreichs heute den Frieden zwischen den Klassen darstellen, in Zukunft die sozialistische Transformation Österreichs symbolisieren werden!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!