Kampftag 8. März

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Stellungnahme des Sekretariats der Initiative kommunistischer und Arbeiterparteien Europas zum Internationalen Frauentag, 8. März 2017
 
Anlässlich des Internationalen Frauentages übermittelt das Sekretariat der Europäischen Kommunistischen Initiative herzliche und kämpferische Grüße an die arbeitenden Frauen, an die arbeitslosen Frauen, an Pensionistinnen, an städtische und ländliche Freischaffende, an junge Mütter, an die jungen Frauen an den Universitäten und Schulen. Insbesondere grüßt sie die weiblichen Flüchtenden und Immigrantinnen, Frauen aus Alleinerzieher- und Großfamilien, Frauen mit besonderen Bedürfnissen sowie deren Mütter.
 
Die besondere Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft, Einschüchterungen durch Arbeitgeber, Entlassungen, Missbrauch sind deutliche Zeichen eines verrotteten Systems, des Kapitalismus, der immer auf Ausbeutung beruht, sich aber in einer Zeit befindet, in der all jene Rechte, die zuvor über Jahrzehnte des Klassenkampfes errungen wurden, gerade in rascher Abfolge abgeschafft werden.
 
Die Formen der Geschlechter- und Klassendiskriminierung bestehen in jedem Aspekt des ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Lebens der Frauen fort, da sie eine Quelle des zusätzlichen Profits für das Kapital darstellen. Sie werden von den bürgerlichen Regierungen auf der ganzen Welt für die Wettbewerbsfähigkeit der Monopole ausgenützt. Unter diesen Bedingungen ist der Lebensstandard der proletarischen Frauen noch schlechter. Frauen sind die ersten, die gefeuert werden, am Altar der Profite des Großkapitals, sie werden gegenüber den Männern unterbezahlt, sie sind gezwungen, schwere Tätigkeiten gratis zu erledigen, sie finden keinen Zugang zu Bildung, weil sie sich diese nicht leisten können, sie ertragen die Bedingungen gewalttätiger Partnerschaften, weil sie keine Alternative haben oder einfach ihre Rechte nicht kennen.
 
Frauen müssen soziale und familiäre Betreuungsarbeit leisten als Ersatz für den öffentlichen Sektor, der die sozialen Dienstleistungen seitens lokaler Regierungen, verschiedener NGOs und „sozialer Kooperativen“ eingeschränkt hat. Dies entspricht der Strategie der EU und ihrer Regierungen, die sozialen Dienstleistungen und die Infrastruktur zu reduzieren und die Last direkt dem Arbeiter- und Volkseinkommen aufzubürden.
 
Gleichzeitig beobachten wir das scheinbare Paradoxon, dass Frauen für drei Euro die Stunde an Erschöpfung sterben oder mit der Jobsuche aufhören, da sie von der andauernden Ablehnung genug haben.
 
Das gegenwärtige soziale System kann auf diese Probleme keine Antworten geben.
 
Die bürgerlichen sozialdemokratischen und liberalen Parteien sowie die kollaborierenden Gewerkschaften benützen die Geschlechterdiversität, um das Bewusstsein der Klassengegensätze zu verwischen. Es gibt keine Zusammengehörigkeit zwischen bürgerlichen und proletarischen Frauen, und es kann keine Solidarität zwischen denen geben, die die Klassenunterdrückung ausüben, und jenen, die ihr unterworfen sind. Die Geschlechterunterdrückung ist eine Folge der Klassenunterdrückung und eine Arbeitsteilung, die ihr funktionell entspricht. Daher kann die Frauenemanzipation auf keinem anderen Wege erreicht werden als über den der allgemeinen Emanzipation der Arbeit.
 
Das Recht auf andauernde und stabile Beschäftigungsverhältnisse mit Arbeitsrechten, mit ausreichend Einkommen und Pension, mit der Gewährleistung von Gesundheitsvorsorge, unterstützter Mutterschaft sowie Erziehung und Bildung sind Herzstücke der gegenwärtigen Bedürfnisse der Frauen und ihres Kampfes als Teil des allgemeinen Klassenkampfes. Nur eine höhere Form gesellschaftlicher Organisation, im Gefolge der Überwindung des Kapitalismus und der Errichtung des Sozialismus und Kommunismus, kann die doppelte Geschlechter- und Klassenunterdrückung der Frauen beenden.
 
Die Frauen der Arbeiterklasse dürfen nicht akzeptieren, dass die Kinder der Arbeiterklasse und des Volkes – ihre Kinder – zu Tätern und Opfern im Zuge der imperialistischen Interventionen für die Interessen der Monopole werden. Sie müssen öffentliche Solidarität mit den tausenden Flüchtlingen demonstrieren, darunter Frauen, Minderjährige, unbegleitete Kinder und Jugendliche, und das rassistische Gift isolieren. Auf diese Weise müssen sie die aktuelle internationalistische Botschaft des 8. März würdigen.
 
Die Geschichte bestätigt diese Wahrheit. Vor 100 Jahren erreichte die Große Sozialistische Oktoberrevolution erstmals die volle und tatsächliche Gleichstellung der Frauenrechte, womit ein entscheidender Schritt für die Emanzipation der Frauen genommen wurde.
 
Daher sollte der 8. März nicht einfach ein Feiertag sein, sondern ein Tag der politischen Mobilisierung, des Aufschwungs des Kampfes zur Erreichung zeitgemäßer Rechte, zur Befriedigung der Bedürfnisse der arbeitenden Frauen und Männer, für eine Welt ohne Ausbeutung. Anlässlich des 8. März rufen wir dazu auf, die Kämpfe für unsere gemeinsamen Ziele zu verstärken, und wir grüßen die arbeitenden Frauen Europas und der Welt.
 
(Deutsche Übersetzung: Partei der Arbeit Österreichs)