Internationaler Frauentag: Für die arbeitende Frau

Stellungnahme des Parteivorstandes der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) zum Internationalen Frauentag, Wien, 8. März 2021

Der Internationale Frauentag stellt einen der wichtigsten Tage im Kalender der Arbeiterbewegung dar. Sein Ursprung liegt bereits über 100 Jahre in der Vergangenheit, und zwar in der Fraueninternationale, in der die Kommunistin Clara Zetkin diesen einforderte und auch durchzusetzen vermochte. Bereits 1911 wurde der Frauentag in verschiedenen Ländern der Welt begangen. Eine zentrale Forderung war damals das Frauenwahlrecht, welches als geeignet für eine breite Agitation eingeschätzt wurde. 1921 wurde der 8. März als international einheitliches Datum für den Aktionstag festgelegt. Somit ist es heuer der 100. Jahrestag, an dem die Arbeiterbewegung am 8. März für die Rechte der arbeitenden Frau auf die Straße geht.

In Zeiten der Corona-Pandemie und der herrschenden Krise ist dies umso drängender, da die Arbeiterklasse insgesamt und die Frauen der arbeitenden Volksschichten insbesondere die Zeche für die Krisen zahlen. Ob durch Doppelbelastung mit zunehmender Sorge- und Reproduktionsarbeit oder durch eine erhöhte Arbeitslosigkeit bzw. Langzeitarbeitslosigkeit, die Krise trifft Frauen aus der Arbeiterklasse auf verschiedene Weise hart.

Auch im Bereich der sogenannten systemrelevanten Berufe arbeiten mehrheitlich Frauen, für niedrige Löhne und bereits vor der Krise unter schlechten Arbeitsbedingungen, welche sich weiter verschlimmert haben. Frauen in diesem Bereich können seltener ins Homeoffice und arbeiten vielfach im direkten Kontakt mit Menschen, was auch das Gesundheitsrisiko erhöht. Wenn Frauen in Kurzarbeit geschickt werden, sind ihre zuvor unzureichenden Gehälter noch viel weniger ausreichend und selbiges gilt natürlich auch für das Arbeitslosengeld.

Deshalb steht heuer der 8. März für uns unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Es ist offensichtlich, dass sich an der Situation durch Frauen in der Chefetage oder in der Technik nur wenig bis gar nichts ändern würde und es sich bei den Fragen nicht um ein Geschlechter‑, sondern ein Klassenproblem handelt, denn die Frauenfrage ist – um es mit Bebel zu sagen – „nur eine Seite der allgemeinen sozialen Frage“. Was nicht heißt, dass man diese ignorieren soll, ganz im Gegenteil, die Lage der arbeitenden Frau muss anerkannt und analysiert werden. Aber die Ursachen und die Lösung müssen ebenfalls klar benannt werden: Die Ursache ist der Kapitalismus, der sich die überkommenen patriarchalen Strukturen zunutze macht, und die Lösung ist der Sozialismus-Kommunismus, der die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet. Auch heute gilt, was Zetkin 1896 in einer Rede auf dem Parteitag der deutschen Sozialdemokratie zu Gotha festhielt: „Deshalb kann der Befreiungskampf der proletarischen Frau nicht ein Kampf sein wie der der bürgerlichen Frau gegen den Mann ihrer Klasse; umgekehrt, es ist der Kampf mit dem Mann ihrer Klasse gegen die Kapitalistenklasse.“

Zeitung der Arbeit

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