Domenico Losurdo – ein großer Denker und Philosoph ist von uns gegangen

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Uns erreichte die traurige Nachricht, dass der italienische Philosoph Domenico Losurdo am 28. Juni im Alter von 77 Jahren verstorben ist. Er war Publizist einer Vielzahl von Büchern, die in etliche Sprachen der Wekt übersetzt wurden und Professor an der Universität von Urbino. Losurdo war Präsident der Internationalen Gesellschaft Hegel-Marx für dialektisches Denken. Zusammen mit Hans Heinz Holz († 2011) gab er die philosophische Halbjahresschrift Topos heraus. 1960 trat er der damals stärksten Kommunistischen Partei Westeuropas, der PCI bei. In den letzten Jahren gehörte er der Partito dei Comunisti Italiani an.
2013 folgte er einer Einladung der Kommunistischen Initiative (der Vorläuferorganisation der PdA) und des Kommunistischen StudentInnenverbandes, und hielt einen vielbeachteten Vortrag. Davon stammt auch das Bild neben diesem Beitrag. In einer teils hitzig geführten Debatte, die ganz seinem scharfen Intellekt und seinem Temperament entsprach, wurde vor allem über sein 2007 auf deutsch erschienenes Buch “Kampf um die Geschichte. Der historische Revisionismus und seine Mythen – Nolte, Furet und die anderen” diskutiert, in dem er den Begriff des “zweiten 30-jährigen Krieges” von 1917 bis 1945 prägte. In der Diskussion sagte er sehr pointiert: “Stalingrad, das war internationaler Klassenkampf.”
Domenico Losurde hinterlässt ein reichhaltiges und vielfältiges intellektuelles Erbe, das als Quelle des Studiums und der Inspiration noch viele Generationen von Kommunistinnen und Kommunisten, von Philosophen und Denkern erfreuen wird, da sind wir sicher.
Wir trauern mit allen seinen Freundinnen und Freunden, Genossinnen und Genossen auf der ganzen Welt.
Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie und seinem engsten Freundeskreis.