100 Jahre KP Jugoslawiens

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Grußbotschaft der Partei der Arbeit Österreichs anlässlich des 100. Jahrestages der Gründung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens an das Koordinationskomitee kommunistischer und Arbeiterparteien Jugoslawiens (Bund der Kommunisten Bosniens und der Herzegowina, Sozialistische Arbeiterpartei Kroatiens, Kommunistische Partei Mazedoniens, Jugoslawische Kommunistische Partei Montenegros, Partei der Kommunisten Serbiens, KPD Slowenien); eine ähnliche Zuschrift, bei Betonung der Bedeutung der gemeinsamen Basis des Marxismus-Leninismus, erging zudem an die Neue Kommunistische Partei Jugoslawiens, die nicht Mitglied im Koordinationskomitee ist.

Liebe Genossinnen und Genossen!

Die Partei der Arbeit Österreichs übermittelt herzliche Glückwünsche und kämpferische Grüße anlässlich des 100. Jubiläums der Gründung der ersten kommunistischen Partei in Jugoslawien, der Sozialistischen Arbeiterpartei (Kommunisten) – SRPJ (k), im April 1919.

Die revolutionäre Arbeiterbewegung Jugoslawiens und Österreichs verbindet eine lange, heroische und ehrenvolle Geschichte. Anfang Februar 1918 kam es im österreichisch-ungarischen Kriegshafen Kotor (Montenegro) zum Aufstand, an dem sich österreichische und kroatische Matrosen beteiligten, aber auch ungarische und italienische. Sie forderten, inspiriert durch die Russische Oktoberrevolution, einen sofortigen Frieden und das Selbstbestimmungsrecht der Nationen. Gleichzeitig stellte man sich damit auch deutlich gegen den verbrecherischen Angriffskrieg Österreichs gegen Serbien, mit dem 1914 der Erste Weltkrieg begonnen worden war. Doch die Reaktion und die Bourgeoisie blieben siegreich, in Österreich wie in Jugoslawien, nicht zuletzt mit Hilfe der verkommenen Sozialdemokratie.

Aus dieser Erfahrung heraus wurden erstmals eigenständige kommunistische Parteien gegründet, im November 1918 die damalige Kommunistische Partei Österreichs (KPÖ), fünf Monate später die Kommunistische Partei Jugoslawiens (KPJ). Beide Parteien wurden Mitglieder der Kommunistischen Internationale. Als die jugoslawische Partei 1921 verboten wurde, fand man in Österreich ein Rückzugsgebiet: Die Parteikongresse der KPJ von 1922, 1923 und 1926 fanden in Wien statt. Im Zweiten Weltkrieg stellten die österreichischen Kommunisten, die ihrerseits gegen den Hitler-Faschismus und die deutsche Fremdherrschaft in Österreich kämpften, fünf Österreichische Freiheitsbataillone auf, die in den Reihen der Volksbefreiungsarmee und Partisanenverbände Jugoslawiens (NOV i POJ) in Slowenien und Kärnten aktiv wurden.

In der Zeit der SFR Jugoslawien gestalteten sich die Beziehungen zwischen dem Bund der Kommunisten Jugoslawiens und den österreichischen Kommunisten gewiss nicht immer einfach. Gleichzeitig ist anzumerken, dass in diesen Jahrzehnten eine relevante Zahl so genannter „Gastarbeiter“ aus Jugoslawien nach Österreich kam, wo sie – ungeachtet ihrer Herkunft und Sprache – zu einem bedeutenden Teil der multiethnischen Arbeiterklasse in Österreich wurden. Wir sehen es bis heute als eine unserer wichtigsten Aufgaben an, auch die migrantischen Arbeiter Österreichs solidarisch, internationalistisch und gleichberechtigt zu organisieren, wobei die jugoslawischen nach den deutschen die zweitgrößte Gruppe stellen.

Die österreichische Bourgeoisie hat gegenüber den Arbeitern und Völkern Jugoslawiens eine große Schuld zu verantworten: Dafür stehen Jahrhunderte von Unterdrückung im und durch den Habsburger-Staat, österreichisch-ungarische Kriegsverbrechen am Balkan während des Ersten Weltkrieges sowie die Beteiligung am deutsch-faschistischen Vernichtungskrieg 1941 – 1945. Und auch bei der Zerstörung Jugoslawiens ab 1991 war die österreichische Regierung federführend mitbeteiligt – und dies nicht ohne Grund: Seither haben nicht zuletzt österreichische Banken und Konzerne damit begonnen, die Nachfolgestaaten Jugoslawiens systematisch auszuplündern. 1999 unterstützte die sozialdemokratische Regierung in Wien den NATO-Angriff, bis heute sind österreichische Soldaten in Bosnien-Herzegowina und in der serbischen Provinz Kosovo als Teil der EU/NATO-Besatzungsarmee stationiert. All dies sind Gründe, warum wir den österreichischen Imperialismus nicht nur als unseren Hauptfeind bekämpfen, sondern auch als wesentliche Unterdrückungs- und Ausbeutungsmaschinerie in Südosteuropa.

Die Partei der Arbeit Österreichs steht geschwisterlich an der Seite der kommunistischen und Arbeiterparteien Jugoslawiens, wir führen einen gemeinsamen Kampf gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg, gegen Kapitalismus, Imperialismus und Faschismus. Unser gemeinsames Ziel, den Sturz der Bourgeoisie und den Aufbau des Sozialismus, werden wir im vereinten revolutionären Kampf erreichen. Wir sind überzeugt, dass ihr in der Lage sein werdet, den Kampf in den besten Traditionen der historischen Kommunistischen Partei Jugoslawiens fortzusetzen.


Lang leben die Kommunisten Jugoslawiens!
Tod dem Imperialismus, Freiheit den Völkern!
Hoch die internationale Solidarität!
 
Internationale Kommission des Parteivorstandes der Partei der Arbeit Österreichs
Wien, 17. April 2019