Gyula Thürmer am 2. Parteitag der PdA

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tuermer2Grußwort und Rede von Gyula Thürmer, Vorsitzender der Ungarischen Arbeiterpartei (Magyar Munkáspárt), am 2. Parteitag der Partei der Arbeit Österreichs, Wien, 16. Januar 2016
Liebe Genossinnen und Genossen!
Im Namen der Ungarischen Arbeiterpartei möchte ich den Delegierten des 2. Parteitags der PdA Österreichs unsere solidarischen und freundschaftlichen Grüße überbringen.
Es ist eine große Ehre für mich, die Entwicklung eurer Partei von den ersten Schritten an zu verfolgen. Wir, die ungarischen Kommunisten, verbeugen uns vor unseren österreichischen Genossinnen und Genossen, die sich zu einer historischen Aufgabe, zum Aufbau der PdA als marxistisch-leninistischer Partei der österreichischen Arbeiterklasse entschlossen haben. Eure Gedanken und Ideen werden uns begleiten.
Der Kapitalismus ist in tiefer Krise. Die Europäische Union ist in der Krise. Die Kapitalisten versuchen die Herrschaft des Kapitals zu bewahren. Wir erleben eine neue industrielle Revolution, einen beschleunigten Austausch von Ideen und Informationen. Dies wird das Leben des Kapitalismus verlängern, aber seinen Tod nicht verhindern. Das ist unsere historische Chance. Der Sozialismus ist nicht mehr nur ein Traum. Der Sozialismus ist eine mehr und mehr realistische Alternative der Menschheit.
Liebe Genossinnen und Genossen!
Seit eurem letzten Parteitag haben die Ungarische Arbeiterpartei und PdA Österreichs gut zusammengearbeitet. Anlässlich des 100. Jahrestages des 1. Weltkrieges haben wir eine gemeinsame Stellungnahme ausgearbeitet. Wir haben unsere Entschlossenheit bestätigt, gegen Kriege und imperialistische Aggressionen zu kämpfen. Wir haben erklärt, in unserer Arbeit auf Internationalismus und Zusammenarbeit zu setzen. Die Stellungnahme hat große politische Bedeutung auch für die Zukunft unserer Freundschaft und Zusammenarbeit.
Wir sind sehr glücklich, dass die PdA zum Vollmitglied unserer internationalen Familie, Teilnehmer der Internationalen Treffen der Kommunistischen und Arbeiterparteien gewählt wurde.
Liebe Genossinnen und Genossen!
Im Mittelpunkt unserer Arbeit in Ungarn steht die weitere Stärkung unserer Partei. Auf dem letzten Parteitag, im April 2015, haben wir ein neues Aktionsprogramm beschlossen. Das Programm heißt: „Bauen wir eine starke Arbeiterpartei!“
Was machen wir?
Erstens, wir haben die Führungsebene der Partei mit neuen und jungen Genossen verstärkt. Wir müssen die neue Generation sehr sorgfältig aufziehen. Wir sind überzeugt, dass neue Kommunisten nicht in den Parteibüros geboren werden, sondern auf den Straßen, in dem konkreten Klassenkampf.
Zweitens, wir gehen regelmäßig auf die Straße. Wir können nicht große Veranstaltungen organisieren, wir organisieren gleichzeitig viele kleinere Demonstrationen. Wir protestierten gegen die Liberalisierung der Eisenbahnen. Jetzt organisieren wir eine Demonstration, wo wir die schreckliche Lage des ungarischen Gesundheitswesens kritisieren werden.
Drittens, wir haben unsere Tätigkeit im Internet wesentlich aktiver gestaltet. Wir haben große menschliche und finanzielle Ressourcen auf diese Aufgabe konzentriert.
Viertens, wir haben entschieden, möglichst an allen außerordentlichen Parlaments- und Lokalwahlen teilzunehmen. Wenn in Ungarn ein Abgeordneter stirbt oder sein Mandat niederlegt, werden außerordentliche Wahlen ausgeschrieben. Voriges Jahr haben wir an drei Nationalwahlen und etwa 30 lokalen Wahlen teilgenommen. Wir können nicht gewinnen, aber wir können neue Aktivisten finden, unsere Materialien verbreiten. In unserer 26-jährigen Geschichte haben wir das zum ersten Mal gemacht.
Was haben wir erreicht?
Erstens, es gibt noch keine revolutionäre Situation in Ungarn, aber die Autorität der Partei ist gewachsen. Die Menschen stimmen noch nicht für unsere Partei, aber sie ermöglichen uns, an den Wahlen teilzunehmen.
Zweitens, unsere Partei hat die Position der stärksten außerparlamentarischen Partei wieder bekommen.
Wir müssen noch sehr, sehr viel arbeiten. Wir haben viele Probleme. Aber unsere Genossen haben das Wichtigste verstanden: es gibt keine Wunderwaffe. Es gibt nur Arbeit und noch mehr Arbeit. Aber wir haben die ersten kleinen Erfolge erreicht, und das gibt unseren Kämpfern weitere Energie und Willen.
Liebe Genossinnen und Genossen!
Ihr sprecht Deutsch. Wir sprechen Ungarisch. Aber wir verstehen einander sehr gut. Wir haben die gleiche Mission. Wir müssen den Kapitalismus überwinden.
Die Zeit, in der wir leben, braucht immer dringender eine starke revolutionäre, kommunistische Partei.
Eine starke Partei in Ungarn, eine starke Partei in Österreich.
Eine Partei, die die werktätigen Menschen organisiert, mobilisiert. Eine Partei, die die Jugend auf die Straße bringt. Eine Partei, die den Völkern von Europa eine sozialistische Perspektive zeigen kann.
Es lebe die Partei der Arbeit Österreichs!