Stellungnahme der Europäischen Kommunistischen Aktion (EKA) zum 107. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Internationale, Athen, 4. März 2026; deutsche Version in Verantwortung der Partei der Arbeit Österreichs (PdA).
Wir begehen den 107. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Internationale (Komintern). Die Gründung der Internationalen Arbeiterassoziation – der Ersten Internationale – am 28. September 1864 war ein wichtiger Meilenstein der revolutionären Arbeiterbewegung. Inspiriert vom Kommunistischen Manifest und angeführt von Karl Marx und Friedrich Engels vereinte sie Gewerkschaften, Unterstützungsvereine, politische und kulturelle Gruppen sowie Organisationen. Sie markierte den entscheidenden Bruch mit dem Opportunismus in einem internationalen Rahmen und leitete den Kampf der Arbeiterklasse der Welt für den Sturz des Kapitalismus, während sie zugleich der Erkenntnis Auftrieb gab, dass politische Arbeiterparteien gegründet werden müssen. Ihre Auflösung (1876) erfolgte nach der Niederlage der Pariser Kommune (1871) angesichts der neuen Umstände, mit denen sie konfrontiert war.
Die Zweite Internationale wurde am 14. Juli 1889 gegründet, in einer Zeit raschen Wachstums des kapitalistischen Systems und des schnellen Aufstiegs der Arbeiterbewegung. Ideologische und politische Probleme sowie die Vorherrschaft des Reformismus führten zum Zusammenbruch der Zweiten Internationale. Dies war das Ergebnis der Zersetzung der Arbeiterparteien in der Zeit vor dem Ausbruch des Ersten imperialistischen Weltkriegs im Jahr 1914 und des letztlichen Verrats an den Interessen der Arbeiterklasse zugunsten der Bourgeoisie. Bemerkenswerte Beispiele von Parteien, die der Bourgeoisie ihrer Länder nicht folgten, waren die Bolschewiki in Russland unter der Führung von W. I. Lenin; die Internationalisten-Spartakisten in Deutschland (Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Franz Mehring u. a.); sowie einige sozialistische Gruppen auf dem Balkan.
Die Große Sozialistische Oktoberrevolution bewies durch ihr praktisches Beispiel, dass eine Arbeiterrevolution, die in der Lage ist, die Macht zu ergreifen, möglich ist, und sie wurde zu einem Leuchtfeuer, das bis heute den Kampf der arbeitenden Menschen auf der ganzen Welt erhellt. Lenin stellte die entscheidende Notwendigkeit auf, die Programme der Arbeiterparteien zu reformieren, sie in Kommunistische Parteien umzubenennen und eine neue Internationale zu gründen.
Die Gründung der Komintern am 4. März 1919 war daher ein wichtiger Schritt, um der revolutionären Arbeiterbewegung einen klaren organisatorischen Rahmen zu geben, innerhalb dessen sie ihre revolutionären Aufgaben erfüllen konnte. Durch ihre theoretische und praktische Intervention leistete sie einen wichtigen Beitrag zur Bildung kommunistischer Parteien, die in vielen Ländern zur führenden Kraft für den Sturz des Kapitalismus wurden.
Die Entwicklung der Komintern wurde durch die Organisation der Konferenzen von Zimmerwald und Kienthal vorbereitet, in denen eine Linie der Konfrontation zwischen der revolutionären Arbeiterbewegung und dem Opportunismus sowie dessen zentristischer oder „linker“ sozialdemokratischer Variante gestärkt wurde. Dank Lenins Beitrag wurde die gegenwärtige Epoche als imperialistisches Stadium des Kapitalismus charakterisiert und die notwendige Schlussfolgerung gestärkt, den imperialistischen Krieg – der zwischen den imperialistischen Staaten auszubrechen drohte – „in einen proletarischen Bürgerkrieg gegen die Bourgeoisie zu verwandeln, mit dem Ziel, die Diktatur des Proletariats und den Sozialismus zu errichten“.
Seit Beginn des imperialistischen Krieges in der Ukraine hat sich eine ähnliche Differenzierung innerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung vollzogen. Wir können nun beobachten, dass viele sogenannte kommunistische und Arbeiterparteien darauf verzichtet haben, die unabhängigen Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten, den proletarischen Internationalismus zugunsten der Unterstützung ihrer eigenen Bourgeoisie in imperialistischen Konflikten aufgeben und die Vorbereitung der sozialistischen Revolution auf unbestimmte Zeit verschieben, indem sie die Notwendigkeit verkünden, für verschiedene „Zwischenstufen“ zu kämpfen.
Im Laufe ihrer Geschichte war die Komintern das führende Weltzentrum des Kampfes der arbeitenden Menschen für Sozialismus-Kommunismus. Sie leistete wichtige Beiträge zur Theorie des Marxismus-Leninismus, die einer vertieften Untersuchung bedürfen und auch die Probleme und Widersprüche in ihrer Strategie einschließen. Wichtige Probleme, die sich negativ auf alle ihre Mitglieder auswirkten, betreffen beispielsweise den Charakter des imperialistischen Krieges, den Kampf gegen den Faschismus und das kapitalistische System, das ihn hervorbringt, sowie die Haltung zur Sozialdemokratie. Dennoch schmälert dies nicht ihren bedeutenden Beitrag zur internationalen kommunistischen Bewegung bis zu ihrer Selbstauflösung im Jahr 1943.
Aufgrund ihres internationalen Charakters wird der Kampf der Arbeiterklasse immer eine einheitliche politische Führung und Strategie benötigen.
Heute, ebenso wie 1919 bei der Gründung der Komintern, erkennen wir, dass das imperialistische System die höchste und zugleich verfaulende Stufe der kapitalistischen Entwicklung ist. Die Entwicklung der Produktivkräfte auf ein so hohes Niveau, dass sie in scharfem Widerspruch zu den kapitalistischen Produktionsverhältnissen stehen, verhindert die Möglichkeit, sie zur Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen zu nutzen. Sozialismus-Kommunismus ist notwendiger und aktueller denn je.
Die Gründung und Tätigkeit der Europäischen Kommunistischen Aktion auf der Grundlage ihrer Gründungserklärung und unserer Weltanschauung, des Marxismus-Leninismus, tragen zu den Bemühungen bei, eine gemeinsame revolutionäre Strategie zu entwickeln und die Grundlage für eine höhere Organisationsform des marxistisch-leninistischen Pols innerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung zu schaffen.
Die Parole des Kommunistischen Manifests bleibt so aktuell wie eh und je: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“

















