Redebeitrag zum Gedenken an die Welser Gruppe

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Liebe Genossinnen und Genossen!

Wir haben uns heute hier versammelt im 75. Jahr nach der Befreiung Österreichs und Europas von der faschistischen Gewaltherrschaft, um den Widerstand gegen und den Sieg über diese zu feiern. Wir stehen hier an der Gedenktafel für die 42 Patrioten und Kommunisten, die in der letzten Mordaktion im Konzentrationslager Mauthausen ausgelöscht wurden. Sie wurden in einer letzten Vergasung auf direkten Befehl des Gauleiters August Eigruber ermordet. Am 27. April 1945 verkündete die provisorische Regierung Renner, der auch die KPÖ angehörte, die österreichische Unabhängigkeit und die Gründung der Zweiten Republik. Am 28. April wurden die 42 Genossen unbehelligt dieser Verkündung oder eben durch diese befeuert ermordet mit dem Ziel der Vernichtung „aufbauwilliger Kräfte“, die dem Monopolkapital gefährlich werden könnten. Doch sie wurden nicht aus unserem Gedächtnis ausgelöscht und deswegen sind wir heute hier, um uns ihrer und der vielen anderen Widerstandskämpferinnen und ‑kämpfern aus unseren eigenen Reihen zu gedenken. Um ihren unsterblichen Beitrag für das freie Österreich, gegen den Faschismus in das Gedächtnis zu rufen und zu ehren.

Der deutsche Faschismus hatte ganz Europa mit Krieg überzogen und eine Terror- und Gewaltherrschaft errichtet. Noch im Untergehen versuchte er, sich der Kommunistinnen und Kommunisten zu entledigen, nicht nur in Mauthausen. Dies geschah nicht zufällig!

Das 13. Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale charakterisierte den Faschismus an der Macht als „die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“. Dies bringt auch die Herrschaft des deutschen Faschismus zu Ausdruck. Die NSDAP wurde von den großen Verbänden des Monopol- und Finanzkapitals, auch im scharfen Kampf untereinander an die Macht gehoben. Sie profitierten von Krieg und Terrorherrschaft durch Ausplünderung besetzter Länder, massenweise Zwangsarbeit und Vernichtung der Menschen durch Arbeit, Zerschlagung der Arbeiterbewegung, der Gewerkschaften und ihrer Parteien, durch die Ermordung der politisch bewusstesten Teile der Arbeiterklasse. Der Faschismus hat einen offenkundigen Klassencharakter, der der Herrschaft der Monopole dient.

Im Mauthausen-Schwur heißt es: „Treu diesen Idealen schwören wir, solidarisch und im gemeinsamen Einverständnis, den weiteren Kampf gegen Imperialismus und nationale Verhetzung zu führen.“ Die Kommunistinnen und Kommunisten sind diejenigen, die an der Spitze dieses Kampfes gegen Imperialismus und nationale Verhetzung standen und stehen. Sie tun dies nicht nur in Worten, sie richten sich gegen die Wurzeln von Imperialismus, nationaler Verhetzung und Faschismus, gegen die kapitalistische Ausbeutung, und kämpfen für eine sozialistische Gesellschaft.

Das ist der Grund, warum bis in die letzten Tage des Untergangs der faschistischen Herrschaft alles darangesetzt wurde, die Kommunistinnen und Kommunisten zu ermorden. Sie sind es, die Schluss machen wollen mit der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und die Diktatur des Kapitals zu Fall bringen können und werden, ausgestattet mit einer wissenschaftlichen Weltanschauung, dem Marxismus-Leninismus.

Das Andenken an die mutigen Männer und Frauen des Widerstandes, der Partisaninnen und Partisanen und der Roten Armee ehren wir in unserem Kampf gegen Faschismus und Kapitalismus. Für ein sozialistisches Österreich!

Rotfront und Freiheit!