“Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen”

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hannes_oktoberfeierFestrede von Hannes Fellner, Vorsitzender der PdA-Wien, anlässlich unserer Oktoberrevolutionsfeier am 8.11.2014

Genossinnen und Genossen,
Wir begehen die Feierlichkeiten zum 7. und 8. November 1917 nicht aus nostalgischen Gründen. Für uns ist das Datum des Roten Oktober kein gleichsam folkloristischer Event.
Für uns markieren die Schüsse der Aurora und der Sturm auf das Winterpalais den Eintritt der Menschheit in eine neue Epoche der Geschichte. Die Epoche des weltweiten Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus. An dem ändert auch die vorübergehende Niederlage des Sozialismus in Europa nichts, die in diesen Tagen symbolisch durch den Fall des antifaschistischen Schutzwalls in Berlin von den Herrschenden der Welt hysterisch gefeiert wird.
Die Akte im Drama der Geschichte haben nicht die ausgewogene Kunstform eines Theaterstücks. Zwischenspiele können über Gebühr lange dauern. Das sollten wir bedenken, wenn die Zeit seit 1989 unsere Ungeduld auf die Probe stellt und unseren revolutionären Élan zu ermüden droht.
Das Rad der Geschichte lässt sich nicht zurückdrehen. Die Errungenschaften der Oktoberrevolution, der erste konsequente Versuch der Menschheit, den Kapitalismus zu überwinden und eine qualitative neue, menschliche Gesellschaft aufzubauen, sind in der Menschheitsgeschichte aufgehoben. Zu diesen Errungenschaften zählen unter anderem die Niederringung des Faschismus, die nationalen Befreiungsbewegungen und die Befreiung der Völker der Welt vom Joch des klassischen Kolonialismus, die in der Systemkonkurrenz den Herrschenden in den kapitalistischen Zentren abgerungenen Zugeständnisse an die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten, nicht zuletzt auch die anderen sozialistischen Revolutionen, in China, Vietnam und Kuba… All dies ist in der kommunistischen Tradition aufgehoben, ist in unserer Partei aufgehoben und wir, die Kommunistinnen und Kommunisten, sind es, die dieses Erbe in uns tragen, verteidigen und weiterführen müssen mit Mut, Disziplin, Verantwortungsbewusstsein, Zielstrebigkeit und Stolz.
Wir sind mit unserer wissenschaftlichen Weltanschauung des Marxismus die konsequenten Kämpferinnen und Kämpfer jener aufgeklärt-aufklärerischen Tradition, die wie Lenin in „Drei Quellen und Bestandteilen“ sagte, zum „Besten, was die Menschheit hervorgebracht hat“, gehört. Wir stehen in ungebrochener Kontinuität des Kommunismus von Marx und Engels, Lenin und den Bolschewiki, Gramsci und Dimitroff, Mao und Ho Chi Minh, Sankara und Bishop, Cunhal und Castro.
Dass wir im Tal der Niederlage vor dem hohen Berg, den wir wieder erklimmen müssen, nicht den Mut verlieren, dafür haben wir eine Kraft, unsere wissenschaftliche Weltanschauung, die Lehren von Marx, Engels, Lenin und all jenen, die an diesem mächtigen Theoriegebäude weitergebaut haben. Unser Mut und unsere Kraft speisen sich aus unserem gemeinsamen Kampf, aber auch im gemeinsamen Erinnern an die und Feiern der Oktoberrevolution, ihre Errungenschaften und ihre Auswirkungen als Morgenröte des Sozialismus.
Insofern handelt es sich – wieder mit der Metapher des Theaterstücks gesprochen – um ein Zwischenspiel bei den Faymanns, Merkels, Camerons, Junckers, Obamas… Über sie wird der Weltlauf, wie Hegel, der Zeitgenosse und Denker einer anderen großen Revolution formuliert hat, mit „eisernen Stiefeln“ hinwegschreiten. Denn auch wenn nach der Morgenröte Nebel folgt, wird sich das Licht des Sozialismus Bahn brechen. Es liegt an uns, dem leuchtenden Beispiel der Oktoberrevolution zu folgen.
Hoch die Große Sozialistische Oktoberrevolution!
Hoch die internationale Arbeiterklasse!
Hoch die PdA und ihre Verbündeten!