Gerhard Dusek, PdA-Spitzenkandidat in Ottakring

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Bei der Bezirksvertretungswahl am 11. Oktober 2020 in Wien-Ottakring tritt der 51-jährige Gerhard Dusek als Listenerster für die Partei der Arbeit (PdA) an. Er arbeitet als Bibliothekar, ist Gründungsmitglied der PdA und seit geraumer Zeit in der Arbeiterbewegung aktiv.

Geboren wurde Dusek am 26. Mai 1969 in Wien. Seither lebt er fast durchgängig im 16. Gemeindebezirk, nur während der Volksschulzeit verbrachte er mit seiner Familie einige Jahre in Dobersberg im niederösterreichischen Waldviertel. Die Hauptschule besuchte er in der Ottakringer Redtenbachergasse, danach absolvierte Dusek erfolgreich eine Lehre als Kühlmaschinenmechaniker. Seit 1991 ist er als Vertragsbediensteter bei der Gemeinde Wien angestellt, zunächst, 1991 bis 2012, im Bereich Materialeinkauf, 2013 wechselte er zu den Städtischen Büchereien. Währenddessen besuchte er ab 2007 das Abendgymnasium für Berufstätige am Henriettenplatz, wo er 2011 mit der Matura abschloss.

Duseks politische Hinwendung im Sinne sozialer Gerechtigkeit mag einen ungewöhnlichen Ausgangspunkt haben, nämlich in der Hernalser Marienpfarre, die der Muttergottes von der immerwährenden Hilfe geweiht ist. Bald wurde ihm jedoch klar, dass Ausbeutung und Unterdrückung mit dem System das Kapitalismus zu tun haben und dass es daher eine klassenmäßige Organisierung braucht. Nach einem kurzen – und wenig befriedigenden – Intermezzo bei der Sozialdemokratie trat Dusek 1994 der KPÖ bei. Hier wurde er mit dem Marxismus und dem proletarischen Klassenkampf vertraut. Es dauerte nicht lange, bis er in der Ottakringer Bezirksorganisation der KPÖ leitende Funktionen übernahm. Nach der Jahrtausendwende wurde die damalige KPÖ Ottakring zum Sammelpunkt der Linksopposition in der Partei, da sich die KPÖ Wien immer mehr von Klassenstandpunkt, Arbeiterpolitik, Antiimperialismus und Sozialismus entfernte. Schließlich fiel die Bezirksorganisation einer demokratiefeindlichen Säuberungsaktion der KPÖ-Führung zum Opfer und Dusek wurde 2005 unter fragwürdigen Umständen aus der KPÖ ausgeschlossen.

Gemeinsam mit anderen Ausgeschlossenen und freiwillig Ausgetretenen beteiligte sich Dusek ab 2006 an der Neuorganisation der revolutionären Kräfte rund um die Kommunistische Initiative (KI) und den Ottakringer Arbeiterbildungsverein (OABV). Nachdem die Konsolidierung gelungen und neue Aktivistinnen und Aktivisten dazugestoßen waren, wurde im Oktober 2013 auf dieser Basis und unter Duseks Beteiligung die Partei der Arbeit Österreichs gegründet. 

Aus dem Privatleben von Gerhard Dusek soll nur so viel bekanntgegeben werden: Er ist verheiratet und Vater zweier Töchter.