Anton „Toni“ Keusch gestorben

Unser Genosse Anton „Toni“ Keusch ist am 20. Juni im 73. Lebensjahr plötzlich und vollkommen unerwartet gestorben. Toni war seit Jahren aktives Mitglied der Partei der Arbeit im niederösterreichischen Weinviertel.

Die Urnenbeisetzung findet am 5. Juli 2021, um 09.30 auf dem Zentralfriedhof Wien-Simmering, Tor 2, Halle 1 statt.

Er wurde als das älteste von neun Kindern in Wien-Simmering geboren. Wie sein Vater wurde er zunächst Polizist, hängte diesen Beruf aber nach kurzer Zeit an den Nagel, als er bei einer Fahrzeugkontrolle einen betrunkenen Spitzen-Beamten weiterfahren lassen sollte, während einem Arbeiter mit weniger Promille der Führerschein abgenommen wurde. Diese Ungerechtigkeiten waren ihm rasch zuwider.

Er machte eine Ausbildung zum Drogisten, und heuerte danach als Entwicklungshelfer an. Er verbrachte 4 Jahre in Äthiopien und war Teil des Pockenschutz-Programms. Gemeinsam mit seiner Assistentin, späteren Frau und Mutter seiner 2 Kinder, zog er durch die wildesten Gegenden dieses damals wie heute wunderschönen und bitterarmen Landes. Die Verbitterung darüber, dass sich die Situation der Allerärmsten dieser Welt über all die Jahrzehnte nicht verbesserte, hat ihn an dem Guten im Menschen zweifeln lassen, trotzdem war er kein verbitterter Mensch, sondern setzte sich als Kommunist aktiv für eine Veränderung der Verhältnisse ein.

Zurück in der Heimat, mit Kind und Kegel, fand er Anstellung bei der damaligen Bensdorp Austria, bis er als Teil einer Bürgerinitiative auf Missstände beim Abgasmanagement aufmerksam machte, die zur Erkrankung einiger Kinder im Umfeld der Fabrik führten. Seine fristlose Entlassung war die Folge.

Darauf begann seine Tätigkeit als Handelsreisender bei der Firma Kraus&CO, als Qualitätskontrolleur von Kleidungsstücken. Er bereiste ganz Asien und war über Jahre für mehrere Monate unterwegs. Als Kraus&Co in Konkurs ging und somit auch seine Zeit in der großen, weiten Welt endete, begann Tonis letzte Phase im Arbeitsleben: die Zeit als Straßenbahnfahrer, bei der Bim. Bis zu seiner Pensionierung sollte er den 49er sicher und bedacht von Endstation zu Endstation fahren, unfallfrei und pünktlich. Die vielen Jahre im Fahrersitz haben seinen Rücken kaputt gemacht. Die Fahrerkanzel, die im Winter weder vor Kälte, noch im Sommer vor Hitze schützte, die beziehungsfeindlichen Arbeitszeiten und die teilweise gefährlichen Fahrgäste haben ihn die Pension sehr herbeisehnen lassen und er hatte keinerlei Pensionsschock! Im Gegenteil, er hatte noch jahrelang Alpträume, dass er plötzlich wieder in der Bim sitzt und sie in ein schwarzes Loch fährt. Die letzten paar Jahre hatte er diese zum Glück nicht mehr…

Die letzten Jahre seines Lebens hat Toni zurückgezogen und zufrieden in seinem Haus im Weinviertel verbracht. Dort schloss er sich bald nach der Parteigründung 2013 der Partei der Arbeit (PdA) an und beendete seine Tätigkeit in der KPÖ und im GLB.

Die Genossinnen und Genossen der PdA-Weinviertel haben Toni als umsichtigen, humorvollen und sehr gebildeten Mitstreiter kennengelernt. Er ist viel zu früh von uns gegangen. Ehre seinem Angedenken!

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt seinen beiden Kindern, den Geschwistern und allen Freunden, die um ihn trauern.

Zeitung der Arbeit

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