Frierende Schulklassen – Rekordgewinne für Energiekonzerne

Erklärung der Zentralen Leitung der Jugendfront der Partei der Arbeit zu den Schulstreiks in Villach, Wien, 03. Dezember 2022.

Medienberichten zufolge war die Zimmertemperatur in den Klassen der CHS Villach (Centrum Humanberuflicher Schulen) mehrere Tage lang so niedrig, dass die Schülerinnen und Schüler mit Jacken, dicken Socken und Thermosflaschen im Unterricht saßen. In Klassenzimmern, in denen man mehrere Stunden ohne Bewegung konzentriert sitzen muss, sind niedrige Temperaturen nicht nur eine Ablenkung vom Unterricht, sondern können auch dazu beitragen, dass eine Erkältung ausbricht. So ist es nicht verwunderlich, dass sich einige Schülerinnen und Schüler in der schlecht beheizten Schule erkältet haben.

Etliche Schülerinnen und Schüler blieben sodann am Donnerstag, dem 1. Dezember, der Schule fern – teils, weil sie selbst erkältet waren, teils aus Solidarität. Eine ganze Klasse bestreikte den Unterricht geschlossen.

Die Direktorin der Schule, Petra Mayer, kommentierte das gegenüber der Presse widersprüchlich. Einerseits soll der Grund für die niedrigen Temperaturen ein technischer Defekt gewesen sein, der aktuell behoben wird (Die automatisierte Heizung soll am Morgen zu spät hochgefahren worden sein). Andererseits relativierte die Direktorin die Vorkommnisse mit der Aussage: „Bei mehr als 900 Schülern ist das Kälteempfinden unterschiedlich“. War es nun also technisches Versagen oder fehlte es der Schulleitung an Verständnis dafür, dass 18 Grad Celsius für Schülerinnen und Schüler, die den ganzen Tag still an einem Schultisch sitzen müssen, zu kalt sind?

Die Kärntner Bildungsdirektion erließ grundsätzlich keine Anordnungen zum Heizkostensparen an Schulen. Eine Liste mit „Energiespartipps“ wurde nichtsdestotrotz an die Direktorinnen und Direktoren ausgeschickt. Wer nun alles Verantwortung für die niedrigen Temperaturen an der CHS Villach trägt, bleibt vorerst unklar.

Doch selbst wenn der Vorfall an der CHS Villach tatsächlich aus einem technischen Versagen resultierte, wird deutlich auf wessen Rücken die Einsparungen von Strom- und Heizkosten an Schulen stattfinden: Nämlich auf denen der Schülerinnen und Schüler. Währenddessen vermeldeten Energiekonzerne in den letzten Monaten Rekordgewinne. Ein Beispiel aus Österreich: Im dritten Quartal 2022 betrug der vorsteuerliche Gewinn der OMV 3,3 Milliarden Euro. Dies ist mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Auch andere Energiemonopole, wie Repsol, TotalEnergies und ExxonMobil verzeichnen konstant Rekordgewinne. Die Energiesparmaßnahmen an Schulen, die auf Kosten der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler ausgetragen werden, sind somit zutiefst ungerecht und ein Symptom kapitalistischer Profitlogik.

Dass die Schülerinnen und Schüler dem Unterricht fernblieben, ist nicht nur ein mutiges Zeichen der Solidarität mit ihren erkälteten Kolleginnen und Kollegen, sondern auch eine politisch richtige Antwort auf solche ungerechten Umstände. Als Jugendfront gratulieren wir den Schülerinnen und Schülern zu dem erfolgreich durchgeführten Streik. Dass die Schule nun wieder beheizt wird, zeigt, dass eine solche gemeinschaftlich durchgeführte Aktion tatsächliche Verbesserungen herbeiführen kann.

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