1. Mai in Österreich und andernorts

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Auch heuer beteiligten sich Millionen Menschen weltweit an Kundgebungen zum 1. Mai, dem Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse. Wir berichten aus Wien, Havanna, Athen und Istanbul.
In Wien fand heuer schon zum 11. Mal die internationalistische Bündnisdemo statt, die auch in diesem Jahr maßgeblich von revolutionären österreichischen und migrantischen Organisationen getragen wurde. Unter der gemeinsamen Losung „Für Solidarität und Selbstbestimmung“ wurde für die Rechte der Arbeiterklasse und der Unterdrückten, für internationale Solidarität und den Sozialismus demonstriert. Neben kurdischen, alevitischen und türkischen Gruppen stellte die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) gemeinsam mit der Kommunistischen Jugend (KJÖ) und dem Kommunistischen StudentInnenverband (KSV) einen beachtlichen, engagierten und lautstarken Block, der sich mit dem insgesamt rund 3.500 Menschen umfassenden Zug von der Staatsoper über die Ringstraße bis zum Sigmund Freud-Park bewegte. Nach der abschließenden Rede von PdA-Vorsitzendem Otto Bruckner integrierten sich die KundgebungsteilnehmerInnen in das vor Ort bereits laufende Maifest der Kommunistischen Gewerkschaftsinitiative – International (KOMintern). Bei diesem gab es ein abwechslungsreiches musikalisches Programm, durch welches die beiden KOMintern-MandatarInnen in der Arbeiterkammer, Selma Schacht und Can Tohumcu, führten. Bei zahlreichen Ständen im Park gab es ein breites kulinarisches Angebot sowie politisches Informationsmaterial – die PdA verteilte am 1. Mai die erste Ausgabe ihrer neuen „Arbeiter/innen-Zeitung“, die auf reges Interesse stieß unter den etwa 5.000 Menschen, die sich im Laufe des Nachmittags im Sigmund Freud-Park einfanden. Auch in Innsbruck, Salzburg und Linz waren PdA, KJÖ, KSV und KOMintern an den dortigen Maikundgebungen beteiligt, womit unsererseits von einem gelungenen 1. Mai 2015 in Österreich gesprochen werden kann.
Wie jedes Jahr war die Mai-Kundgebung in Havanna wieder eine der eindrucksvollsten in der ganzen Welt. Hunderttausende Menschen, darunter Staatspräsident Raúl Castro und sein venezolanischer Amtskollege Nicolás Maduro, waren in den Straßen der kubanischen Hauptstadt unterwegs, um ihr ungebrochenes, aufrechtes und kämpferisches Eintreten für die Revolution und den Sozialismus sowie für die weltweiten Befreiungskämpfe zu bekunden.
In Athen organisierte die Gewerkschaftsfront PAME abermals eine mächtige Kundgebung. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) stellte in ihrem Aufruf zum 1. Mai klar, dass es mit der SYRIZA-Regierung keine Lösung der sozialen Probleme geben wird, sondern nur mittels Bruch mit der EU und der Herrschaft der Monopole, um die arbeiter- und volksfeindliche Politik nachhaltig zu beenden: „Bruch mit der Herrschaft des Kapitals, Loslösung aus der EU, einseitige Streichung der Schulden. Dies bedeutet, dass die Arbeiterklasse mit den Volksschichten in Stadt und Land an die Macht kommen soll, dass die Produktionsmittel gesellschaftliches Eigentum unter Arbeiterkontrolle werden, dass die Produktion und die sozialen Dienstleistungen zentral für das Wohl des Volkes geplant werden. Unter diesen Voraussetzungen kann die für die Interessen des Volkes notwendige Entkoppelung von allen imperialistischen Vereinigungen und Bündnissen erreicht werden.“
In Istanbul kam es mit rechtsextremer Unterstützung zu Polizeiangriffen auf demonstrierende GewerkschafterInnen und revolutionäre Organisationen, die zum Taksim-Platz gelangen wollten. Dieser wurde von der Polizei mit massiver Gewalt abgeriegelt. Es gab Verletzte und zahlreiche Verhaftungen. Die PdA verurteilt diese neuerlichen Repressionsmaßnahmen des türkischen Staates und erklärt ihre Solidarität mit den betroffenen türkischen und kurdischen GenossInnen.
Aus dem syrischen Kobanê wandte sich die selbstverwaltete Administration an die ArbeiterInnen der Welt mit kämpferischen Grußworten zum 1. Mai: „Der gemeinsame Kampf der Arbeiterklasse erbaut das Gerüst für ein neues Leben und eine neue Welt. Dieser Kampf Schulter an Schulter wird die Welt ansehnlicher machen. Die Revolution in Rojava ist eine Revolution des Volkes und ein Teil der weltweiten Arbeiterbewegung … Wir verteidigen hier die Ehre und Würde der Arbeiter und der ganzen Menschheit und werden unseren Widerstand bis zum Ende fortsetzen.“