Rede der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) auf der Demonstration “Nein zum imperialistischen Überfall auf Venezuela”, Wien, 24.01.2026.
Genossinnen und Genossen,
Freundinnen und Freunde,
der militärische Angriff der Vereinigten Staaten auf Venezuela, die völkerrechtswidrige Entführung des Präsidenten Nicolás Maduro sowie die massive militärische Präsenz des US-Militärs in der Karibik sind scharf zu verurteilen. Was sich hier vollzieht, ist kein Einzelfall, kein „Ausrutscher“ der internationalen Politik, sondern ein offener Akt imperialistischer Aggression, ein Akt wie er für die Geschichte Lateinamerikas leider allzu typisch ist.
Dieser Angriff richtet sich gegen die nationale Souveränität Venezuelas, gegen das Recht eines Volkes, seinen eigenen politischen und sozialen Weg zu bestimmen. Unter dem Vorwand von „Sicherheit“, „Stabilität“ oder „Drogenbekämpfung“ wird erneut versucht, militärische Gewalt als legitimes Mittel imperialistischer Politik zu normalisieren. In Wahrheit geht es um geopolitische Kontrolle und die Trump Administration macht auch kein Geheimnis daraus, dass es um die Kontrolle der Ölreserven und die Sicherung der Vorherrschaft des US-Imperialismus in Lateinamerika geht.
In dieser Lage muss unsere Solidarität der Arbeiterklasse des venezolanischen Volks und derer politischen Organisationen gelten. Die Solidarität gilt der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV) und ihrem konsequenten Kampf gegen Imperialismus, Ausbeutung und soziale Verelendung. Die PCV steht seit Jahren in Opposition sowohl zum US-Imperialismus als auch zu jenen politischen Kräften innerhalb Venezuelas, die bereit sind, sich imperialistischen Interessen anzudienen. Ihre Position verdient internationale Unterstützung und Anerkennung.
Besonders alarmierend ist in diesem Zusammenhang die nachgewiesene Anwesenheit des CIA-Direktors John Ratcliffe in Venezuela. Dass der oberste Vertreter des US-Geheimdienstapparates Gespräche mit der aktuellen Regierung in Caracas führt, ist kein diplomatisches Detail, sondern ein politischer Offenbarungseid. Dieser Vorgang legt offen, in welchem Ausmaß Venezuela unter imperialistische Vormundschaft gestellt werden soll. Die Einmischung der USA beschränkt sich längst nicht mehr auf Drohungen oder Sanktionen, sondern reicht tief in die politischen Entscheidungsstrukturen des Landes hinein.
Der US-Imperialismus arbeitet nicht nur mit Bomben und Soldaten, sondern ebenso mit Geheimdiensten, wirtschaftlichem Druck und der Kooperation mit gefügigen Eliten. Die scheinbare „Stabilisierung“ Venezuelas unter Aufsicht Washingtons bedeutet in Wirklichkeit den Abbau von Souveränität und die Vorbereitung weiterer Angriffe auf die Interessen der arbeitenden Bevölkerung.
Die Aggression gegen Venezuela steht zudem in direktem Zusammenhang mit den zunehmenden Drohungen gegen Kuba. Die sozialistische Insel leidet seit Jahrzehnten unter Blockade, Wirtschaftskrieg und politischer Isolation. Der Wegfall venezolanischer Unterstützung, insbesondere der nun ausbleibenden Öllieferungen, erzwungen durch die imperialistische Intervention, verschärft die ohnehin dramatische Lage der kubanischen Bevölkerung erheblich. Die Drohgebärden aus Washington machen deutlich, dass Kuba weiterhin als Ziel imperialistischer Destabilisierung betrachtet wird. Trump spricht bereits offen über Regime Change Pläne die bis Ende des Jahres durchgesetzt werden sollen.
Diese Entwicklungen werfen auch ein grelles Licht auf die Doppelmoral der Europäischen Union und ihrer Mitgliedsstaaten. Während in anderen geopolitischen Konflikten moralische Empörung und Sanktionen schnell zur Hand sind, herrscht gegenüber der offenen Aggression der USA weitgehend Schweigen. Die europäischen Regierungen dienen einmal mehr den Interessen des US-Imperialismus unter und verweigern eine klare Position zugunsten der betroffenen Völker. Dieses Verhalten ist nicht neutral, sondern aktive Komplizenschaft.
Hier zeigt der Imperialismus wieder sein wahres Gesicht: als System permanenter Gewalt, ökonomischer Erpressung und politischer Unterwerfung. Wer Frieden will, muss dieses System benennen und bekämpfen.
Deshalb fordern wir heute:
- Sofortiger Stopp aller imperialistischen Militäraktionen in Venezuela und Lateinamerika.
- Abzug sämtlicher US-Militärkräfte aus der Karibikregion.
- Freilassung von Nicolás Maduro und Ende aller völkerrechtswidrigen Entführungen und Strafverfolgungen.
- Solidarität mit dem gerechten, anti-imperialistischen Kampf der Kommunistischen Partei Venezuelas (PCV).
- Ende aller Sanktionen, Blockaden und wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen gegen Kuba und Venezuela.
- Klare Absage europäischer Staaten an jede Form der Unterstützung oder Duldung imperialistischer Aggression.
Der Kampf gegen Imperialismus ist kein regionales Anliegen, sondern eine internationale Aufgabe der Arbeiterbewegung. Solidarität ist keine Phrase, sondern politische Praxis.
Hände weg von Venezuela.
Hände weg von Kuba.
Hoch die Internationale Solidarität.


















